Essen Histaminintoleranz HIT

Dipl. oec. troph. Ulrike Breunig, Ernährungsberatung und –therapie in München

Histaminintoleranz (HIT) – was kann man noch essen?

Auch Histaminliberatoren sollte man meiden. Welche Nahrungsmittel fallen in diese Kategorie?

Histaminliberatoren sind Substanzen, welche die Freisetzung von körpereigenem Histamin fördern. Dazu gehören Zitrusfrüchte wie Orangen, Grapefruit, Zitrone und Papaya, Erdbeeren, Ananas, Kiwi, Nüsse, Tomaten, Kakao, Schokolade, Schalentiere und Hülsenfrüchte.

Alkohol gilt als Histaminliberator. Histaminarmer Wein ist aber für viele Menschen mit HIT gut verträglich. Wie kommt das? Und: Ist alkoholfreies Bier bei HIT ebenfalls verträglich?

Alkohol wirkt nicht nur als Histaminliberator, er erhöht auch die Durchlässigkeit der Darmwand. Außerdem ist bei flüssigen Substanzen die Darmpassage erhöht. Das alles führt dazu, dass Histamin durch Alkohol schneller im Körper aufgenommen wird. Die Verträglichkeit von histaminarmen Weinen lässt die Vermutung zu, dass die Wirkung von Alkohol als Histaminliberator nur eine untergeordnete Rolle spielt. Andernfalls würden manche Betroffene Grappa oder Whiskey nicht vertragen.

Die unerwünschte Wirkung von Alkohol wird verstärkt, wenn er warm getrunken wird, z.B. als Glühwein, oder wenn das Getränk kohlensäurehaltig oder gezuckert ist, ebenso bei Konsum von Alkohol auf leeren Magen.

Trotz teilweise guter Verträglichkeit von histaminarmem Wein ist zu empfehlen, diesen nur in kleinen Mengen zu trinken und immer gemeinsam mit histaminarmer und fester - nicht scharf gewürzter - Kost, um die Darmpassage insgesamt zu verlangsamen.

Darüber hinaus wäre zu klären, inwieweit Schwefel bzw. Sulfit im Wein zu Beschwerden führt. Denn nicht jede histaminempfindliche Person bleibt beim Genuss von histaminarmen Wein beschwerdefrei. 

Bei den Bieren unterscheidet man zwischen ober- und untergärigen Biersorten, wobei die obergärigen wie z.B. Kölsch, Weißbier einen höheren Histamingehalt aufweisen als untergärige wie z.B. Pils, Export. Auch alkoholfreie Biere enthalten Histamin, daher ist alkoholfreies Bier bei Histaminintoleranz nicht zwingend verträglich.

Oft heißt es auch, dass Backhilfen wie Hefe und Backpulver für Menschen mit Histaminintoleranz nicht verträglich seien? Hier scheint es jedoch unterschiedliche Einschätzungen zu geben. Wie lautet Ihre Empfehlung?

Der Einsatz von Hefe als Backtriebmittel ist für Histaminintoleranz, anders als häufig aufgeführt, in der Regel unproblematisch. Dennoch klagen Menschen mit einer Histaminintoleranz hin und wieder über Symptome nach dem Verzehr von Brot- und Backwaren, die mit Hefe hergestellt worden sind. Nach neuesten Untersuchungen enthalten Frisch- und Trockenhefe keine nennenswerten Histaminmengen und sind daher verträglich. Wohl aber können hefehaltige Produkte histaminhaltig sein. Das liegt vermutlich am Herstellungsprozess. Auch wenn die verwendete Hefe selbst nicht histaminhaltig ist, während sie aktiv ist und einen Teig aufgehen lässt, kann sie Histamin produzieren. Dadurch enthalten Brot- und Backwaren, bei denen der Teig sehr luftig ist, häufig sehr viel mehr Histamin, als festere Brotsorten.

Hefeextrakt entsteht aus enzymatisch behandelter Hefe und enthält Glutamat. Es wird häufig verwendet in Bouillons, Saucen, Fertigmahlzeiten und Würzmischungen, um den Speisen ein kräftigeres Aroma zu verleihen. Glutamat als Zusatzstoff ist inzwischen verpönt, daher wird mittlerweile eher Hefeextrakt eingesetzt. Die Verwendung von Backpulver stellt in der histaminarmen Ernährung kein Problem dar.

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