Nussallergie Walnuss Cashewnuss

Dr. Markus Wenzel, Oberarzt am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg

Isolierte Nussallergien auf Walnuss und Cashewnuss: Wie häufig ist das? - Erfolgt die Diagnose bei der Patientin mit der Cashewnuss-Allergie genauso?

Erfolgt die Diagnose bei der Patientin mit der Cashewnuss-Allergie genauso?

Die 23-jährige Patientin klagte nach dem Genuss eines Pesto-Fertigproduktes, das neben Pinienkernen auch Cashews enthielt, über ein orales Allergiesyndrom in Form einer Rachenschwellung, sowie das Gefühl von Halsenge.  Weiter gab die Patientin an, früher unter einer Pollenallergie auf Frühblüher gelitten zu haben, nicht jedoch aktuell. Außerdem hatte sie eine Hausstaubmilben-Allergie.

Bei dieser Patientin ergab unser Prick-to-prick-Test eine breite Pollensensibilisierung, einen negativen Befund für Pinienkerne und ein positives Ergebnis für Cashewnüsse. Der IgE-Bluttest bestätigte dann die Ergebnisse des Hauttests, so dass die Diagnose gesichert war.

Was, außer Allergenmeidung, haben sie den Patientinnen mit Walnuss-Allergie bzw. Cashewnuss-Allergie empfohlen?

Da es sich jeweils um eine erstmalige Reaktion handelte, das jeweilige Allergen sicher identifiziert werden konnte und gut zu meiden ist, erhielten beide Patientinnen eine Notfall Medikation, d.h. Tabletten mit dem Wirkstoff Prednison. Prednison bietet einen guten Schutz, wenn es versehentlich zum Verzehr von Walnüssen bzw. Cashewnüssen und in der Folge zu allergischen Reaktionen kommt. In beiden Fällen kam es bei den Patientinnen nach Allergenkontakt weder zu Luftnot noch zu einer akuten Schockreaktion, weshalb wir bisher keinen Adrenalin-Autoinjektor ergänzt haben.

Übrigens: Kommt es nach dem Verzehr eines Fertigproduktes zu allergischen Reaktionen, sollte man sich die Verpackung immer aufheben, damit man die Inhaltsstoffe nochmals genau untersuchen kann und eventuelle weitere Allergien rechtzeitig bemerkt. Es ist grundsätzlich möglich, dass sich im weiteren Lebensverlauf das Allergiespektrum in Bezug auf Nahrungsmittelallergene noch erweitert.  

Müssen diese Patientinnen auch auf mögliche „Spuren“ in industriell gefertigten Lebensmitteln achten?

Solange es sich um leichte allergische Reaktionen ohne Atemnot und Kreislaufproblemen handelt, werden Spuren sicher toleriert. Die Meidung des Allergens ist dennoch wichtig, damit sich die Allergie nicht ausweitet.

Herr Dr. Wenzel, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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