Verein Erdnussallergie Anaphylaxie Schweiz

Angelica Dünner, Gründerin und Präsidentin des „Verein Erdnussallergie und Anaphylaxie (VEaA)“ in der Schweiz

Erd-/Nussallergie: Verein Erdnussallergie & Anaphylaxie (VEaA) hilft!

Erdnussallergie“ – diese Diagnose ist für Eltern zunächst erschreckend. Ein Austausch mit anderen Eltern betroffener Kinder und eine Anlaufstelle bei der Suche nach Informationen ist deshalb für Viele eine große Hilfe. Beim schweizerischen Verein Erdnussallergie und Anaphylaxie (VEaA) bekommen Ratsuchende in Sachen Nussallergie, Erdnussallergie und Anaphylaxie beides – Informationen, Rat und Hilfe beim Umgang mit den Widrigkeiten des Alltags. MeinAllergiePortal sprach mit Angelica Dünner, Gründerin und Präsidentin des  „Verein Erdnussallergie und Anaphylaxie (VEaA)“  in der Schweiz.

Frau Dünner, oft liegt die Motivation zur Gründung eines Vereins darin, dass die Betroffenen „Lücken im System“ erkennen und schließen wollen - wie war das beim VEaA?

der vorstand des verein fuer erdnussallergie und anaphylaxie schweizDer Vorstand des "Verein für Erdnussallergie und Anaphylaxie (VEaA)" in der SchweizDas war bei mir und uns genauso. Unser Sohn hatte mit knapp drei Jahren seine erste anaphylaktische Reaktion auf Erdnuss.

Nach der Feststellung, dass sich unser Leben nun deutlich ändert, habe ich mich umgeschaut und andere Betroffene gesucht. Ich habe dabei eine meiner heutigen Vorstandskolleginnen kennen gelernt, die uns den Einstieg ins „Erdnuss-freie“ Leben sehr erleichtert hat. Damals habe ich bereits gemerkt wie wichtig und hilfreich es ist, sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können.

Als unser Sohn in den Kindergarten kommen sollte, haben wir festgestellt, dass es in deutscher Sprache kein Schulungsmaterial, keine Kinderbücher, keinerlei Hilfestellung gab, die man Lehrpersonen abgeben konnte. Daraufhin habe ich die Personen aus unserem E-Mail-Austausch angeschrieben und angeregt, dass wir einen Verein gründen, um gemeinsam eine viel stärkere Stimme im Markt, bei Behörden, Schulen aber auch Lebensmittelherstellern zu haben. Zwei Monate später wurde der Verein aus der Taufe gehoben. Das war im August 2011, seither bauen wir unser Angebot stetig auf und aus. Mittlerweile haben wir über 50 Mitglieder in der Schweiz, doppelt so viele Newsletter-Empfänger, und sind als gemeinnütziger steuerbefreiter Verein anerkannt.

Was können Mitglieder vom „Verein Erdnussallergie und Anaphylaxie“ erwarten?

Wir sind in vielen verschiedenen Bereichen tätig. Für unsere Mitglieder ist unsere Beratungstätigkeit sicher eine zentrale Hilfe. Wir beraten telefonisch, per Email, betreiben eine Webpage, eine Facebook-Seite, eine geschlossene Mitgliedergruppe auf Facebook und auf LinkedIn, organisieren Lunchtreffen und Jahrestreffen, wo immer wieder verschiedene Themen diskutiert werden und Austausch dazu stattfindet.

Welche Informationen sind besonders wichtig für die Mitglieder des VEaA ?

alexander lernt seine lektionEin Buch für Familien: Alexander lernt seine LektionGerade in Einschulungssituationen ist der Informationsbedarf in der Regel sehr groß, da sprechen wir regelmäßig auch im Namen der Eltern, aber als spezialisierte Organisation mit Lehrpersonen oder Schulleitungen.

Wir versenden auch Newsletter, betreiben einen Webshop, haben Formulare, Checklisten, eine Rezeptsammlung, jedes unserer Mitglieder erhält eine unserer Taschen für Notfallmedikamente.

Wir stellen Bücher zur Verfügung, haben eine Bibliothek mit Kinder- und Erwachsenenbüchern zum Thema, die Mitglieder auch ausleihen können – also eine ganze Sammlung an nützlichen Hilfsmitteln mit Bezugsquellen.

Sie sind die Präsidentin des VEaA, was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für die Betroffenen im Bereich Erdnuss-/Nussallergie bzw. Anaphylaxie?

Aus meiner Sicht gibt es mehrere große Herausforderungen: Für die Betroffenen liegt sicher DIE größte Herausforderung im bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln.

Nahrungsmittel sind überall. Jeder Restaurantbesuch, jede Reise, der Theaterbesuch oder der Besuch eines Marktes stellen kleinere und größere Hürden dar und bedürfen immer viel Organisation. Nicht nur der Lebensmitteleinkauf beim Grossverteiler ist schwierig, wo die Interpretation der Lebensmitteldeklaration im Vordergrund steht, sondern auch der Gang über einen Markt oder zum Bäcker - in der Schweiz kennen wir noch keine Pflicht, im Offenverkauf saubere Allergendeklarationen zu führen - und in vielen EU-Ländern wird diese erst eingeführt und ist daher noch nicht überall vorbildlich.

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