Erdnuss Allergie Spürhund

Uwe Friedrich von TEAMCANIN in Ditzingen bei Stuttgart

Erdnuss Allergie: Wie warnen Erdnuss-Spürhunde vor dem Allergen?

Kann man auch einen älteren Hund zum Erdnuss Spürhund ausbilden?

Wenn der Hund zumindest ein Jahr alt ist, hat dies viele Vorteile. Zum einen weiß man, ob der Hund gesund ist, bei einem Welpen stellt sich dies oft erst später heraus. Zum anderen kann man den Charakter eines älteren Hundes besser einschätzen und weiß, ob er für die jeweiligen Anforderungen geeignet ist. Außerdem ist es gerade für Hundehalter, die viel unterwegs sind, schwierig, einen verspielten Welpen mit sich zu führen. Einen älteren Hund kann man dagegen von Anfang an mitnehmen.

Nochmals zur Vorgehensweise: Würde ein Erdnuss Spürhund immer dann anzeigen, wenn er einen Erdnuss Geruch wahrnimmt, oder müsste man ihm die Speiseproben immer in den Behältnissen präsentieren?

Das ist genau der Unterschied zum Diabetes Warnhund. Der Diabetes Warnhund ist immer in einer Art „Stand-by-modus“ und würde eine Unterzuckerung bei „seinem“ Menschen immer dann anzeigen, wenn sie eintritt. Der Erdnuss Warnhund muss, wie andere Stöberhunde auch, aktiviert werden. Man gibt ihm die klare Anweisung für die Suchlage. Die Suchlage wären in diesem Fall die Behältnisse und die Anweisung wäre: „Such‘ mal, ob Du hier Erdnüsse erkennst!“

Das heißt für Erdnuss Allergiker, die schon auf das Allergen in der Luft reagieren, ist der Erdnuss Spürhund nicht geeignet?

Ein seriös ausgebildeter Erdnuss Hund ist eine Unterstützung für den Erdnuss Allergiker, wenn es um die Nahrungsaufnahme geht.

Wenn der Erdnuss Allergiker so gefährdet ist, dass schon über die Luft oder durch Hautkontakt eine allergische Reaktion ausgelöst werden kann, müsste man den Hund weiter ausbilden. Dann müsste der Hund einen permanenten Abgleich in der Luft durchführen und dann im Bedarfsfall auch Meldung machen. Das ist möglich, wäre aber ganz enorm aufwändig und viel schwieriger als beim Diabetes Hund.

Beim Diabetes Hund ist die Quelle des Geruchs immer das Herrchen, das sich nahe beim Hund aufhält. Das heißt, der Hund muss zwar permanent wachsam sein, sich dabei aber nur auf sein Herrchen konzentrieren. Ein Erdnusshund müsste permanent die gesamte Umgebung abscannen.  Man stelle sich z.B. die Luftverwirbelungen in einem Kaufhaus vor und den Effekt, den es hat, wenn z.B. im zweiten Stock des Kaufhauses mit Erdnüssen hantiert wird, während der Erdnuss Allergiker gerade im Erdgeschoss durch den Eingang kommt. Es ist möglich, einen Hund entsprechend auszubilden, aber es ist eine enorm schwierige Aufgabe für das Tier, diese flüchtigen Gerüche permanent anzuzeigen oder gar zu orten. Voraussetzung wäre eine sehr gute Veranlagung des Hundes. Es wäre sehr unwahrscheinlich, dass sich der bereits vorhandene Familienhund zufällig für eine solche Aufgabe eignet.

Viele Hundebesitzer haben Schwierigkeiten mit der grundsätzlichen Erziehung ihres Hundes. Eignet sich jedes „Herrchen“ für die Führung eines „SniffleDogs“?

Wenn Menschen mit ihrem Hund arbeiten, schweißt allein diese Arbeit Hund und Herrchen sehr eng zusammen. Wenn man sich mit seinem Tier beschäftigt und ihm etwas beibringen will, lässt man sich automatisch auf das Tier ein und ist auch bereit, an sich selbst zu arbeiten. Dem einen oder anderen fällt vielleicht manches etwas schwerer, aber als Trainer kann ich genau dort ansetzen und das hat bisher auch immer sehr gut funktioniert. Menschen, die mit ihren Tieren arbeiten, haben oft einen ganz tollen Umgang mit den Hunden und werden zu einem guten Team.  

Herr Friedrich, vielen Dank für das Interview!

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