Nussfreies Schulhasu Gabler Zürich

Judith Benz, Schulleiterin des Schulhauses Gabler in Zürich

Nussallergie: "Nüsse verboten" beim nussfreien Schulhaus Gabler!

Wie haben die Beteiligten Ihr Anliegen einer "nussfreien" Schule aufgenommen?

Alles in allem war die Umsetzung einfacher als gedacht und ich war überrascht, wie positiv die Idee aufgenommen wurde. Viele hatten sich wohl in die Situation der Mutter versetzt und deshalb waren die Reaktionen durchwegs positiv.

Natürlich haben uns zu Beginn manche Eltern gefragt: Warum müssen sich alle nach einem Kind richten? Als wir dann aber erklärt haben, dass für dieses Kind die kleinste Spur von Nüssen einen anaphylaktischen Schock auslösen kann, wuchs das Verständnis. Seit drei Jahren aber ist die nussfreie Schule einfach normal und etabliert.

Wie machen Sie darüber hinaus im Alltag darauf aufmerksam, dass das Schulhaus Gabler "nussfrei" ist und wie verhindern Sie, dass das Nussverbot vergessen wird? Es kommen ja in jedem Schuljahr neue Schüler hinzu...

Zu Beginn eines Schuljahres informieren an Elternabenden und mit dem Newsletter. Auch hängen an den Eingangstüren der Schule Plakate, welche über das Nussverbot informieren.

Im Moment besuchen zwei Kinder mit Nussallergie die Schule Gabler.

Welche Empfehlungen geben Sie anderen Schulen, die Kindern mit einer Nussallergie ebenfalls einen weitgehend gefahrlosen Schulbesuch ermöglichen wollen?

Die erste Entscheidung muss die Schulleitung für sich alleine fällen. Das Nussverbot kann nur einführen, wer selber davon wirklich überzeugt ist. Anschliessend ist es wichtig, alle Beteiligten gut zu informieren und abzuschätzen, ob sie ein Nussverbot mittragen werden. Ist dies der Fall, ist die eigentliche Einführung des Verbots nicht mehr schwierig, die Kinder machen ohne weiteres mit.

Die Beteiligten tragen keine Verantwortung für den Fall, dass doch einmal Nüsse in die Schule mitgebracht werden und es zu einer allergischen Reaktion kommt. Diese Tatsache entlastet und hilft, für das Verbot eine genügend breite Akzeptanz zu finden.

Frau Benz, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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