Vorgehensweise Asthmadignose Kind

Dr. Thomas Spindler zur Vorgehensweise bei der Asthmadiagnose beim Kind!

Asthmadiagnose beim Kind: Nötige Untersuchungen und Vorgehensweise!

Wie testen Sie ein Kind auf ein vermutetes Allergen, wenn kein Allergenextrakt zur Verfügung steht?

Wenn das verdächtige Allergen für den Hauttest nicht zur Verfügung steht, muss man auf den RAST ausweichen. Der RAST ist teurer und langwieriger als der Prick-Test und die Ergebnisse erhält man auch, anders als beim Hauttest, nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen, wodurch ein weiterer Termin nötig wird.

Außerdem ist ein Bluttest bei einem Kind immer viel aufwändiger, als bei Erwachsenen, das gilt für viele Maßnahmen in der Pädiatrie. Eine Blutabnahme bei einem Kleinkind bedeutet daher immer, man benötig eine Person, die da Kind hält, eine zweite Person, die die Blutabnahme durchführt und eine dritte Person, die das Auffangröhrchen bereithält.

Ist die Therapieallergenverordnung eher ein Vorteil, weil sie die Qualität der Testallergene erhöht, oder ein Nachteil, aus den gerade genannten Gründen?

Beides trifft zu. Sicherlich war es sinnvoll, die Qualität der Allergenextrakte zu erhöhen, da die Qualitätsunterschiede doch erheblich waren. Anstatt „das Kind mit dem Bade auszuschütten“ und das Risiko einzugehen, dass Allergenextrakte zur Diagnose immer rarer werden, wäre aus meiner Sicht jedoch eine sinnvolle Standardisierung ratsamer. Man könnte z.B. den Allergengehalt der Lösung vorschreiben und dafür auf die Zulassung verzichten.

Wie häufig findet man bei Kindern ein Asthma? Wie häufig sind Allergien die Ursache? Welche Allergene sind relevant, welche eher selten?

Bei sehr kleinen Kindern bzw. bei Kindern, bei denen ein Lungenfunktionstest nicht möglich ist, beruht die Asthma-Diagnose häufig auf der Anamnese. In der Regel handelt es sich beim Asthma bei Kindern und Jugendlichen um ein allergisches Asthma, d.h. man sollte zur Konkretisierung der Auslöser  einen Prick-Test durchführen. Dabei empfiehlt sich der gezielte Test der verdächtigen Allergene und nicht ein allgemeiner Screening-Allergietest, bei dem wahllos alle Allergene getestet werden. Am häufigsten findet man eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben, gefolgt von Gräserpollen, Baumpollen und schließlich Tierhaaren.

Wie sieht die Asthma-Therapie bei Kindern aus?

Bei Asthma besteht eine allergische Entzündung. Das das erste Therapieziel bei Asthma ist deshalb die Entzündungshemmung. Dafür stehen stadiengerechte inhalative Kortisonpräparate zur Verfügung.

Ziel des Inhalierens ist es, dass der Wirkstoff des Medikaments in der vorgesehenen Dosierung am  Ort des entzündlichen Geschehens, d.h. in der Lunge, ankommt. Dafür gilt zunächst einmal: Je kleiner das asthmakranke Kind, desto schwieriger ist es, die Inhalation richtig durchzuführen.

Dann gibt es Inhalationssysteme, die sich besser oder schlechter für den Einsatz bei kleinen Kindern eignen. So ist es z.B. grundsätzlich nicht empfehlenswert für eine Asthma-Dauertherapie bei Kindern Kompressionsvernebler einzusetzen, denn die Wirkstoffdeposition über diese Form der Inhalation ist mit Abstand die Schlechteste. Das bedeutet, der Wirkstoffgehalt muss bei Kompressionsverneblern extrem hoch sein, damit die nötige Menge in der Lunge ankommt. Hinzu kommt, dass die Anwendungszeit bei Kompressionsverneblern mit 20 Minuten sehr lang ist – das macht kein Kind gerne.

Zur Asthmatherapie von Kindern setzt man in der Regel Dosieraerosole mit Inhalierhilfe, d.h. mit einem Spacer, ein.

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