Vorgehensweise Asthmadignose Kind

Dr. Thomas Spindler zur Vorgehensweise bei der Asthmadiagnose beim Kind!

Asthmadiagnose beim Kind: Nötige Untersuchungen und Vorgehensweise!

Wie stellt man bei Kindern Asthma fest? Welche Untersuchungen sind nötig und welche möglich? Diese Fragen stellen sich Eltern, wenn ihr Kind unter Husten leidet und sie nicht wissen, ob es nur ein vorübergehendes Phänomen ist oder ob Asthma dahinter steckt. Deshalb sprach MeinAllergiePortal mit Dr. med. Thomas Spindler über die Asthmadiagnose beim Kind, nötige Untersuchungen und die Vorgehensweise. Dr. Spindler ist Chefarzt der Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Rehabilitationsklinik für Kinder und Jugendliche, Lungenzentrum Süd-West, Waldburg-Zeil Kliniken – Fachkliniken Wangen.

Herr Dr. Spindler, bei welchen Symptomen würden Sie überprüfen, ob ein Kind an Asthma erkrankt ist?

Die Diagnose „Asthma“ beinhaltet eine Überempfindlichkeit des Bronchialsystems. Deshalb sollte man schon aufmerksam werden, wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum hinweg hustet.

Typisch für Asthma ist ein chronischer, trockener Husten, insbesondere wenn er bei Belastung, bei Kältereiz oder saisonal auftritt und nicht infektabhängig ist. „Saisonal“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Husten z.B. nur im Sommer, in der Pollenflugsaison, auftritt oder auch im Herbst bzw. Winter, wenn die Hausstaubmilbensaison ihren Höhepunkt erreicht.

Auch wenn es beim Kontakt mit bestimmten Tieren immer wieder zu einem Husten kommt, könnte ein Asthma dahinter stecken.

Wie gehen Sie bei der Asthma-Diagnose bei Kindern vor?

Am Anfang der Diagnose stehen immer Anamnese, Anamnese und Anamnese! Dann folgt eine gezielte Allergietestung und, je nachdem ob dies beim Kind bereits möglich ist oder nicht, ein Test der Lungenfunktion. Ist ein Lungenfunktionstest nicht möglich, muss man anhand der Klinik entscheiden, ob ein Asthma vorliegt oder nicht.       

Ab welchem Alter ist ein Lungenfunktionstest zur Diagnose von Asthma bei Kindern möglich?

Zunächst einmal sollte bei einem Kind die grundsätzliche Fähigkeit, einen Lungenfunktionstest durchzuführen, vorhanden sein. Dazu muss das Kind korrekt in ein Mundstück pusten, idealerweise unter Belastung. Wie gesagt, tritt die Hauptbelastung oft unter Belastung auf, deshalb ist ein Belastungs-Lungenfunktionstest auf dem Laufband sinnvoll.  

Aber: Wie alt ein Kind sein sollte, damit es einen Lungenfunktionstest zur Asthmadiagnose durchführen kann, lässt sich nicht genau sagen – jedes Kind ist anders! Einerseits gibt es pfiffige Dreijährige, die einen Lungenfunktionstest wunderbar absolvieren. Andererseits kann es vorkommen, dass ein Kind von sechs Jahren den Lungenfunktionstest nicht machen kann, weil es Angst hat oder nicht in der engen Kabine sitzen will. Es kommt auch vor, dass ein Kind schlicht und ergreifend „keine Lust“ hat - alle, die Kinder haben, kennen das Phänomen und logische Argumente helfen da nicht!

Sie erwähnten die Allergietests zur Asthmadiagnose beim Kind – hier hört man in letzter Zeit häufig, dass es an Diagnoseextrakten mangelt, wie sind hier Ihre Erfahrungen?

Die Therapieallergenverordnung besagt, dass auch Allergenextrakte zur Diagnose den für Medikamente üblichen Zulassungsprozess durchlaufen müssen. Die Folge ist, dass die Hersteller für die Extrakte diesen Zulassungsprozess aus Kostengründen nicht durchführen und vom Markt nehmen. Die Frage, welches Allergenextrakt für den Prick-Test zur Verfügung steht, ist für uns jede Woche eine Art „Wundertüte“.

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