COPD – gibt es Begleiterkrankungen? Womit muss man rechnen?

COPD und Diabetes mellitus

Eine weitere häufige Komorbidität bei COPD ist Diabetes mellitus, die bei 10 bis 15 Prozent der COPD-Patienten auftritt und die Lebenserwartung beeinflusst. Wie COPD ist Diabetes mellitus mit entzündlichen Vorgängen verbunden. Auch  ein erhöhtes Infektionsrisiko und eine erhöhte Muskelschwäche gehen mit Diabetes einher, was für COPD-Patienten ausgesprochen ungünstig ist. Zudem kann sich Diabetes negativ auf die Lungenfunktion auswirken. Es ist daher durchaus sinnvoll, bei COPD-Patienten zu überprüfen, ob eine Zuckererkrankung vorliegt.

Kortison bei COPD – Überdosierung vermeiden

Häufig tritt Diabetes dann auf, wenn COPD-Patienten mit Kortison behandelt werden, insbesondere in hohen Dosen. Deshalb sollten Patienten wissen, dass bei COPD eine niedrige Kortisondosierung völlig ausreicht. Eine hohe Dosierung von Kortison bringt bei COPD-Patienten keine Verbesserung des Behandlungserfolges, sondern erhöht nur das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen.

Wenn eine akute Symptomverschlechterung die Einnahme von Kortison nötig macht, ist dies auch in Tablettenform möglich. Die Einnahme sollte jedoch nur kurzzeitig zwischen fünf und vierzehn Tagen erfolgen und keinesfalls über einen längeren Zeitraum hinweg. Eine Schweizer Studie hat gezeigt, dass die fünftägige Gabe von Kortison genauso wirksam ist, wie die Gabe über zwei Wochen. Auch geringe Kortisondosen zerstören die Muskulatur, wenn die Einnahme zu lange dauert. Der Patient wird dadurch weniger beweglich, und die Lebensqualität geht verloren.

COPD und Osteoporose

Die Knochenbrüchigkeit spielt bei der COPD eine große Rolle, denn gerade die mit schwerer COPD einhergehende Minderbeweglichkeit begünstigt die Osteoporose. Kommt es zu Wirbelkörperbrüchen können diese wiederum die Atmung schwer beeinträchtigen. Bei COPD-Patienten sollte deshalb ganz besonders intensiv geprüft werden, ob es zu Knochenbrüchen gekommen ist. Gegenbebenfalls kann eine Knochendichtemessung vorgenommen und eine entsprechende Behandlung mit Kalzium, Vitamin D oder Bisphosphonaten eingeleitet werden. „Gerade bei weiblichen älteren COPD-Patienten ist zu prüfen, ob eine solche Knochenbrüchigkeit vorliegt, zumal diese ein grundsätzlich höheres Osteoporose-Risiko tragen“ empfiehlt Prof. Worth.  

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