Inhalationstherapie Asthma COPD

Dr. Peter Kardos

Inhalationstherapie bei Asthma und COPD: Die richtige Technik entscheidet

Die Inhalationstherapie ist eine sehr zielgerichtete Therapie. Während sich die Wirkstoffe oral eingenommener Medikamente im ganzen Körper verteilen, kommt man mit einer inhalierten Substanz genau an die richtige Stelle. Dadurch ist eine deutlich geringere Dosis ausreichend, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Ein weiterer Vorteil der Inhalationstherapie ist ihr deutlich schnellerer Wirkungseintritt. Allerdings ist die Anwendung der Inhalationstherapie nicht so einfach, wie Viele glauben. Jeder noch so kleine Fehler beim Inhalationsvorgang kann den Behandlungserfolg gefährden, wie Dr. Peter Kardos beim DGIM Patiententag 2016 in Wiesbaden in seinem Vortrag "Wie inhaliere ich meine Asthma- oder COPD-Medikamente richtig?" betonte. Dr. Kardos praktiziert in der Gemeinschaftspraxis & Zentrum Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt und ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Atemwegsliga.

Vernebler vs. Dosieraerosol

Viele Patienten gehen davon aus, dass für eine Inhalationstherapie Vernebler effektiver sind, als Dosieraerosol-Inhalatoren. Tatsächlich benötigt man bei einem Vernebler die 10-fache Wirkstoffmenge und die gleiche Wirkung zu erzielen, wie mit einem Dosieraerosol. Das bedeutet, dass das die Inhalationstherapie mit Dosieraerosol die effizientere Behandlung darstellt.

Kleine Kinder, sehr alte Patienten oder Patienten mit schwerster Atemnot, die nicht mit einem Dosieraerosol umgehen können, profitieren von den Verneblern. Es gibt auch Substanzen (z.B. Antibiotika) die es in  From von Dosieraerosolen nicht gibt.  

Dosieraerosol: Effizient inhalieren – eine Frage der Technik

uf die Effizienz der Inhalationstherapie hat der Patient selbst einen großen Einfluss. So spielt es eine Rolle, wie schnell oder langsam der Patient beim Inhalieren einatmet. Beim sehr schnellen Einatmen erreicht z.B. ein Großteil des Wirkstoffs nur den Mund, die Luftröhre und teilweise die großen Bronchien. Die Konsequenz: Der Wirkstoff erreicht die kleineren Bronchien nicht und wirkt dadurch viel schwächer.

Dahingegen gelangt der Wirkstoff beim langsameren Einatmen aus dem Dosieraerosol  bei mittlerer Atem-Flussgeschwindigkeit auch in die Peripherie der Bronchien, die ein wichtiges  Ziel der Therapie darstellen.

Was jedoch vielen Patienten nicht bewusst ist: Selbst bei optimaler Inhalationstechnik kommen nur etwa 20 Prozent des Wirkstoffs in der Lunge an!

Dosieraerosole richtig einsetzen: Die 10 Gebote der Dosieraerosole!
1. Schütteln
2. Kappe abnehmen
3. Langsam ausatmen, bis die Lungen bequem entleert sind
4. Dosieraerosol aufrecht in den Mund legen, draufbeißen, mit den Lippen umschließen
5. Anfangen langsam einzuatmen, gleichzeitig draudrücken
6.Weiterhin langsam inhalieren bis die Lunge voll ist (4 bis 5 Sekunden)
7. Am Ende der Inhalation den Inhalator herausnehmen und die Lippen schließen
8. Luft bis zu 10 Sekunden (mindestens 5 Sekunden) halten
9. Normal weiteratmen
10. Falls nötig, einen zweiten Hub inhalieren
Quelle:Dr. Peter Kardos

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