Asthma Bergsteigen

Dr. Achim Grünewaldt, Pneumologe am Universitätsklinikum Frankfurt a. Main zu Asthma und Bergsteigen

Asthma und Bergsteigen: Wo bestehen Risiken, wie schützt man sich?

Grundsätzlich kann Anstrengung bei Asthma zu Symptomen führen. Welcher Fitness-Level ist die Voraussetzung für das Bergsteigen?

Ich würde für den Asthmatiker hier nicht mehr Training fordern, als für Lungengesunde, die Höhenexpeditionen planen: Ausdauerleistungsfähigkeit muss gegeben sein. Auch sollte auf jeden Fall eine langsame Steigerung der Höhenbelastung wie auch  der körperlichen Erfordernisse erfolgen.

Wie sollten Asthmatiker vorgehen, wenn Sie sich für das Bergsteigen interessieren bzw. wie kann man die Verträglichkeit testen?

Je nach Vorhaben ist es erforderlich, die aktuelle körperliche Leistungsfähigkeit zu testen. Ein gut validiertes Verfahren ist hier die Spiroergometrie, bei der im Gegensatz zum einfachen Belastungs-EKG auch die Leistungsfähigkeit der Lungen und die Fitness erfasst werden können.

Falls der Verdacht auf ein Anstrengungs- oder Kälteasthma besteht, so kann eine Provokation in der Kältekammer sinnvoll sein. Auch bieten verschiedene sportmedizinische Institute eine Hypoxieprovokation an. Das heißt, der Patient wird in einer speziellen Kammer einem erniedrigten Sauerstoffangebot ausgesetzt und die körperliche Reaktion überwacht.

Ich würde darüber hinaus immer auch zu einem Herzultraschall raten, da ein erniedrigter Blutsauerstoffgehalt mit einer Blutdruckerhöhung im Lungenkreislauf einhergeht. Dies kann bei herzkranken Patienten zu Problemen führen.

Was tun bei einem Asthmaanfall in großer Höhe?

Die Behandlung unterscheidet sich nicht vom Management auf „Normallnull“. Die meisten Asthmatiker sind hier sehr gut geschult und wissen schnell, wann sie zu ihrer Notfallmedikation greifen müssen. Dies sind in der Regel kurzwirksame Bronchien-erweiternde Aerosole wie Salbutamol.

Es sollte jedoch folgendes bedacht werden:

- je nach Reiseziel ist die Entfernung zur nächsten medizinischen Versorgung beträchtlich, es sollte neben einer Notfallinhalation unbedingt auch eine Kortisontherapie in Form von Tabletten „standby“ mitgeführt werden.

- in großer Höhe und bei niedriger Außentemperatur  haben so genannte Dosieraerosole Freisetzungsprobleme, zu empfehlen sind daher eher Pulverinhalatoren.

Herr Dr. Grünewaldt, herzlichen Dank für dieses Interview!

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