Feuchtinhalation Asthma Kinder

Dr. Claudia Schweighart zu „Feuchtinhalation bei Kindern“ beim Frankfurter Pädiatrietag 2015

Richtig inhalieren: Was ist bei Kindern zu beachten? Was sollte man wissen?

Trockeninhalation – die schnellere Variante

Geht es um eine bronchienerweiternde und antientzündliche Therapie mit ß-Mimetika und Steroiden steht die Trockeninhalation im Vordergrund. Bei guter Inhalationstechnik ist die Deposition des Wirkstoffs am Zielort besser, als bei der Feuchtinhalation, bzw. der Verlust auf dem Weg in die Bronchien geringer. Dies erleichtert die Dosierung. Zudem sind Trockeninhaliergeräte deutlich preiswerter, leichter zu bedienen und der Inhaliervorgang geht schneller als bei den Feuchtinhaliergeräten.

Wichtig ist aber die altersadaptierte Auswahl des passenden Devices. So sollte man bei jüngeren Kindern Dosieraerosole mit vorgesetzter Atemhilfe wählen, ab dem Grundschulalter bieten Pulverinhalatoren Vorteile.
Dosieraerosole müssen vor der Anwendung geschüttelt werden, beim Atemmanöver ist es wichtig, gleichzeitig zu drücken und lang und tief einzuatmen. Kleine Kinder können dies nicht koordinieren.

Mit einer Vorschaltkammer, die auf das Trockeninhaliergerät aufgesetzt wird, wird dieser Vorgang auf zwei Schritte aufgeteilt und optimiert. Da sich Vorschaltkammern aus Plastik elektrostatisch aufladen, kann es vorkommen, dass die Wirkstoffpartikel an den Innenwänden kleben bleiben. Um die elektrostatische Aufladung der Vorschaltkammern zu verhindern, sollten sie einmal wöchentlich mit Spülmittel gewaschen und nicht trockengerieben, sondern an der Luft getrocknet werden.

Eine Atemmaske, die an der Vorschaltkammer angebracht werden kann, erleichtert den Inhaliervorgang bei kleinen Kindern, ist jedoch auch mit einem unerwünschten Wirkstoffkontakt verbunden. So kann es am Mund oder an den Augen zu Ausschlägen kommen.  

Ab einem Alter von ca. 1½ bis 2 Jahren, sind die meisten Kinder in der Lage, ohne Maske zu inhalieren. Der Wirkstoff gelangt dann direkt in den Mund und wird nicht noch zusätzlich über die Nase appliziert. Übergangsweise kann es hilfreich sein, den Kindern zunächst kurz die Nase zuzuhalten, zumindest so lange, bis sie dies selbst tun können.
Für Schulkinder gibt es ein zweiphasig inspirationsgetriggertes  Dosieraerosol:  Die Abgabe des Aerosols wird erst durch den Einatemzug des Patienten ausgelöst. So müssen Schulkinder nicht mehr eine extra Atemhilfe vorhalten.

Pulverinhalation – eher für ältere Kinder geeignet

Bei der Pulverinhalation befindet sich das zu inhalierende Pulver in einzelnen Kapseln. Durch das Laden des Geräts werden die Kapseln angestochen und das Pulver entlädt sich, ausgelöst durch einen schnellen Atemzug.

Ab ca. 7 Jahren können Kinder meist mit Pulverinhalern umgehen, die Anwendung ist jedoch etwas schwieriger, denn anders als beim Dosieraerosol, muss bei den Pulverinhalern sehr schnell und tief eingeatmet werden. Vorteilhaft ist bei den Pulverinhalern das eingebaute Zählwerk, an dem man erkennen kann, wann die Gerätefüllung zur Neige geht und dass man keine extra vorgeschaltete Atemhilfe benötigt.

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