Asthma bronchiale Hochleistungssport

Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in Solingen

Asthma bronchiale – eine häufige Erkrankung im Hochleistungssport!

Zurück zum Asthma, was können Sportler tun, um das Asthma-Risiko zu senken?

Bei der Therapie von asthmatischen Sportlern gilt es zunächst, Risikofaktoren möglichst zu eliminieren oder weitgehend zu reduzieren. Es kann bereits hilfreich sein, nicht direkt an einer viel befahrenen Straße zu trainieren. Die bringt bereits eine deutliche Verminderung der Schadstoffbelastung.

In Schwimmhallen kommen naturgemäß viele menschliche Eiweißsubstanzen ins Wasser. Die Schwimmer sollten sich deshalb vor und nach dem Training gründlich einseifen und duschen. Handelt es sich um eine Vereinssporthalle, sollten die Hallenbetreiber darauf achten, dass die Schwimmer spezielle Schwimmanzüge tragen, die verhindern, dass Hautabschilferungen ins Wasser kommen. Im Sommer sollte man Freibäder oder Freilufthallen bevorzugen, denn dort herrscht eine bessere Luftzirkulation.

Ausdauersportler wiederum, sollten in der kalten Jahreszeit extrem lange Trainingseinheiten in kalter trockener Luft meiden. Soweit dies möglich ist, sollten sie drinnen trainieren und dabei für eine gute Luftzirkulation sorgen.

Ein grundsätzlicher Tipp: Morgens zu joggen oder in der Schwimmhalle zu trainieren, ist immer besser. Und: Besteht ein Infekt, sollte man unbedingt mit dem Training pausieren. Trainiert man trotz Infekt, kann dies längerfristige Folgen haben. Außerdem begünstigen häufige Infekte Schleimhautentzündung und die Entstehung von Asthma. Um eine Ansteckung zu verhindern, werden Sportler mit Infekten in Trainingslagern deshalb isoliert.  

Welche Medikation kommt für Sportler mit Asthma in Frage?

Die übliche Asthmamedikation ist auch für asthmatische Sportler anzuraten. In Frage kommen Medikamente, die die Atemwege weit machen und die Entzündung bekämpfen, wie Kortison oder Leukotrien-Antagonisten.

Wichtig bei Sportlern ist allerdings immer ein Blick auf die Doping Regeln. Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) hat hierfür klare Richtlinien erstellt, an die sich Sportler halten müssen, sobald sie an Wettkämpfen teilnehmen möchten.

Wichtig ist zunächst eine mit Hilfe von definierten Messtechniken gesicherte Diagnose des Asthmas. Weiter muss die Asthma-Diagnose dokumentiert werden, die Notwendigkeit der Medikamentennutzung muss angezeigt werden und der Athlet muss offiziell als von Asthma betroffen gemeldet werden. Die Auswahl der geeigneten Asthma-Medikamente sollte dann zusammen mit dem behandelnden Arzt bzw. mit einem Sportmediziner erfolgen.

Für Hobbysportler spielt das alles natürlich keine Rolle. Sie sollten nur darauf achten, ihr bronchienerweiterndes Medikament bereits vor dem Sport anzuwenden.

Herr Prof. Randerath, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

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