Asthma bronchiale Hochleistungssport

Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in Solingen

Asthma bronchiale – eine häufige Erkrankung im Hochleistungssport!

Und wie kommt es bei den Radrennfahrern zu asthmatischen Problemen?

Auch bei Radrennfahrern kommt es zum erwähnten „Remodeling“ bzw. zu Asthma – 17 Prozent der Radrennfahrer haben Asthma! Bei den Radrennfahrern können zum einen ebenfalls Umweltbedingungen eine Rolle spielen, wenn die Fahrer auf viel befahrenen Strecken trainieren und verstärkt Abgasen ausgesetzt sind. Hinzu kommt die lange Beanspruchung der Atemwegs-Schleimhaut über viele Stunden hinweg, sowohl beim Training als auch bei den eigentlichen Rennen. Ebenso sind Marathon-Läufer von Asthma stark betroffen und bei Tri-Athleten liegt der Asthma-Anteil mit 25 Prozent sogar deutlich über dem Durchschnitt der untersuchten Olympia-Teilnehmer. Es gibt aber auch allergische Erkrankungen, die durch Asthma begünstigt werden.

Kann man sagen, was die Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen Asthma und Hochleistungssport für ambitionierte Amateure bedeuten?

Amateursportler trainieren oft unter ungünstigeren Trainingsbedingungen als Hochleistungssportler. In der Regel nutzen sie öffentliche Schwimmhallen oder öffentlich Eissporthallen, in denen nicht die neuste schadstoffarme Technologie zum Einsatz kommt. Ebenso joggen ambitionierte Läufer oft in ihrem nächsten Umfeld, auch wenn das direkt an der Autobahn ist. Ambitionierte Freizeitsportler mit hohem Trainingspensum setzen sich deshalb einem tendenziell höheren Asthma-Risiko aus, als die Mitglieder von Olympia-Kadern.

Sie erwähnten allergische Erkrankungen, die durch Asthma begünstigt werden…

Es gibt zwei allergisch bedingte Erkrankungen, die durch Sport befördert werden, 1. Die sogenannte Excercise-Induced Anaphylaxis Syndrome (EIA) und 2. Die Food-Dependent Exercise-Induced Anaphylaxis (FDEIA).

Bei der Excercise-Induced Anaphylaxis kann es während oder nach körperlicher Aktivität zu anaphylaktischen Reaktionen kommen. Mögliche Symptome der EIA sind z.B. Juckreiz, Urtikaria, Quincke-Ödem, d.h. Schwellungen an Lippen, Augen, Kehlkopf etc., Asthma, Magen-Darm-Beschwerden. Allerdings ist die EIA eine seltene Erkrankung, ca. 5 bis 15 Prozent aller anaphylaktischen Reaktionen lassen sich auf sie zurückführen.

Bei der Food-Dependent Exercise-Induced Anaphylaxis (FDEIA) handelt es sich um eine Sonderform der Nahrungsmittelallergie. Diese ist jedoch nicht so stark ausgeprägt, dass der Kontakt mit dem Nahrungsmittelallergen, z.B. Tomate, Getreide, Erdnüsse etc., zu allergischen Symptomen führen würde. Nur in Kombination mit körperlicher Aktivität kommt es in diesem Fall zur anaphylaktischen Reaktion - meist innerhalb von 30 Minuten nach dem Sport. Es handelt sich bei der FDEIA also um eine Untergruppe des Exercise-Induced Anaphylaxis Syndrome.
Beide Erkrankungen sind, wie gesagt, selten und sie sind nicht auf Spitzensportler beschränkt.

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