Asthma bronchiale Hochleistungssport

Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in Solingen

Asthma bronchiale – eine häufige Erkrankung im Hochleistungssport!

Weiß man, was bei den betroffenen Leistungssportlern zuerst da war, das Asthma oder die Sportart?

asthma und sport pathophysiologieAsthma und Sport: Pathophysiologie © Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in SolingenEs gibt zwei Faktoren beim Sport, die die Entstehung von Asthma begünstigen bzw. das asthmatische Geschehen fördern:

1.    Durch körperliche Anstrengung kann es an der Schleimhaut zu bestimmten Problemen kommen. Zum einen hat ein Sportler beim Sport eine erhöhte Atemfrequenz, er „hyperventiliert“ d.h. er muss „mehr atmen“. Dadurch geben die Zellen der Atemwege mehr Wärme und Flüssigkeit ab als im Ruhezustand. Beides führt in der Konsequenz zu Entzündungen der Schleimhaut und zu einer Verkrampfung der Atemwege.

2.    Durch die erhöhte Atemfrequenz kommt es zu einer mechanischen Dauerbelastung der Atemwege. Das vermehrte Atmen führt zu einem sogenannten „Scherstress“, d.h. die Schleimhautzellen werden geschädigt und entzündliche Umbauvorgänge der Schleimhaut begünstigt. Man nennt das auch „Remodeling“ der Atemwege, eine dauerhafte Verdickung der Atemwegswände. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit Hornhaut, die sich an den Händen eines Menschen bildet, der schwere körperliche Arbeit verrichtet. 

Gibt es neben dem Nordic-Skilauf noch andere Wintersportarten, bei denen Asthma häufiger vorkommt?

Auch im Eissport findet man häufiger Athleten, die Asthma haben. 12 Prozent der Eisschnellläufer leiden unter Asthma und zwischen 8 und 12 Prozent der Eishockeyspieler. Hier spielen allerdings andere Faktoren eine Rolle. In Eissporthallen muss das Eis regelmäßig aufbereitet werden. Dafür werden spezielle Fahrzeuge eingesetzt, die meist mit Dieseltreibstoff betrieben werden - nicht in jeder Vereinshalle werden sie schon durch Elektrofahrzeuge ersetzt. In der Halle akkumulieren diese Dieselabgase, und die Athleten, die in den Hallen stundenlang und mehrmals in der Woche trainieren, sind permanent den Dieselpartikeln ausgesetzt. Auch Luftschadstoffe schädigen die Atemwege in erheblichem Maße und dies gilt auch für Marathonläufer, die an stark befahrenen Straßen trainieren.

Sie erwähnten, dass auch das Schwimmen zu den Sportarten gehört, in denen Asthma häufiger vorkommt…

Auch bei athletischen Schwimmern ist Asthma häufiger, als in der Normalbevölkerung - 17 Prozent sind betroffen. Man weiß z.B. dass Kinder, die von frühster Jugend an mehrere Stunden in der Woche schwimmen, häufiger Asthma entwickeln als andere Kinder, auch dann, wenn zuvor keine Erkrankung bestand.

Bei den Schwimmern kommen allerdings andere Faktoren zum Tragen. Das chlorhaltige Wasser im Schwimmbecken geht Verbindungen mit Eiweißsubstanzen ein, die der Körper abgibt. Dadurch bilden sich Chloramine, die die Schleimhäute der Atemwege auf chemischem Wege schädigen.

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