Asthma bronchiale Hochleistungssport

Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in Solingen

Asthma bronchiale – eine häufige Erkrankung im Hochleistungssport!

Viele Hochleistungssportler leiden unter Asthmabronchiale, und in vielen Fällen ist es der Sport, der die Erkrankung begünstigt. Bei welchen Sportarten tritt Asthma besonders häufig auf? Welche Faktoren begünstigen Asthma bei den Sportlern? Wie kommt es zu Schädigungen der Atemwege? Welche Rolle spielen Umwelteinflüsse? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Chefarzt am Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin der Klinik für Pneumologie und Allergologie in Solingen.

Herr Prof. Randerath, gerade Leistungssportler scheinen häufig an Asthma zu leiden, stimmt dieser Eindruck?

In einer Studie an Olympia-Teilnehmern hat man z.B. festgestellt, dass 7 bis 8 Prozent der untersuchten Hochleistungssportler an einer Überempfindlichkeit der Schleimhäute und Asthma litten. Diese Werte sind deutlich höher, als in der Durchschnittsbevölkerung. Bei Erwachsenen geht man von einem Asthmaanteil von 5 Prozent aus.

Gibt es bestimmte Sportarten, bei denen Asthma ganz besonders häufig auftritt?

Es gibt bestimmte Sportarten, die „deutlich überzufällig häufig“ mit Asthma verbunden sind. Dazu gehören bestimmte Wintersportarten, Schwimmen und Radrennfahren. Auf den ersten Blick sind dies sehr unterschiedliche Sportarten, aber bei genauerer Betrachtung haben sie einige Gemeinsamkeiten.

Zunächst zu den Wintersportarten: Bei den Skifahrern sind es die Nordisch-Skiläufer, die stärker von Asthma betroffen sind. 15 Prozent der Nordisch-Skiläufer haben Asthma, bei den alpinen Skifahrern sind es hingegen nur 4 Prozent.

Das liegt daran, dass Nordisch-Skiläufer, z.B. die Langläufer, beim Training und im Wettkampf der kalten trockenen Luft wesentlich länger ausgesetzt sind. Dahingegen sind die Skifahrer, die alpinen Skisport betreiben, wie z.B. Slalom, der kalten, trockenen Luft wesentlich kürzer ausgesetzt. Auch Alpinskifahrer müssen viele Trainingseinheiten absolvieren, aber im Wettkampf selbst sind sie oft nur Minuten im Freien und insgesamt sind sie deutlich weniger exponiert, als die Nordisch-Skifahrer.

Sie erwähnten die „Überempfindlichkeit der Schleimhäute“. Bedeutet dies, dass auch die Nasenschleimhäute betroffen sind?

Zu den Symptomen an den Nasenschleimhäuten gibt es weniger Studien, die meisten Untersuchungen haben sich auf die tiefen Atemwege, d.h. die Bronchien, konzentriert. Allerdings geht man davon aus, dass die oberen und unteren Atemwege im Grunde Teil eines einheitlichen Schleimhautsystems sind, bestehend aus den Schleimhäuten der Nase und der Nasennebenhöhlen und den Schleimhäuten der tiefen Atemwege. Man darf also vermuten, dass bei bestimmten Leistungssportarten auch die oberen Atemwege der Sportler mit Asthma von Symptomen betroffen sind.

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