Asthma Krankenkasse Erstattung

Günter Budelski, Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg

Chronisches Asthma: Was erstatten Krankenkassen, was tun, wenn nicht?

Wie sieht es mit Asthma-Schulungen aus, für Kinder und Erwachsene?

Hier im Rhein-Main-Gebiet ist das Angebot an Schulungen gut, z.B. an der Uniklinik Frankfurt im Bereich von Herrn Prof. Wagner und für die Kinderpneumologie durch Herrn Prof. Zielen. Es gibt in Deutschland jedoch auch Landstriche, die keinerlei Schulungsangebote für Asthmatiker bereithalten.  

Eigentlich ist es vorgesehen, dass die Ärzte die Asthmapatienten im Rahmen des Disease Management Programmes (DMP) schulen. Wenn ein Patient in ein DMP eingeschrieben ist, sollte die Asthmaschulung ein Baustein der Betreuung sein. Dazu gehört z.B. auch eine ausführliche Anleitung für den Umgang mit einem Inhaler. Da es sehr unterschiedliche Inhaler-Modelle gibt und der richtige Umgang damit nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist, ist der Informationsbedarf groß, insbesondere für ältere Patienten. Im hektischen Praxisalltag ist jedoch für die Schulung des Patienten nicht immer ausreichend Zeit vorhanden. Unsere  Selbsthilfegruppe führt deshalb schon seit Jahren regelmäßig Inhaler-Schulungen durch.

Hinzu kommt: Nicht jeder Arzt ist DMP berechtigt. Dafür muss ein Arzt sich durch eine Zusatzausbildung qualifizieren, die ihn Zeit kostet und sich nicht immer lohnt. Aus Sicht der Patienten ist das ein Problem, denn man kann sich nur dann in ein DMP einschreiben lassen, wenn der behandelnde Arzt die Berechtigung dafür hat. Dieses Konstrukt kann zur Folge haben, dass der behandelnde Arzt den Patienten an einen anderen Arzt überweisen muss, der DMP-berechtigt ist, damit sich dieser ins DMP einschreiben kann, was aber vielen Patienten zu umständlich ist.

Und man muss wissen: Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung senkt es die Kosten, wenn nicht jeder Patient, der dafür in Frage käme, in ein DMP eingeschrieben ist. Deshalb werten wir als SHG Asthma und Allergie diese Vorgehensweise als Barrierepolitik der kassenärztlichen Vereinigung.            

Wie sieht es im Bereich Reha aus?

Stellt ein chronisch kranker Mensch einen Reha-Antrag, sieht dies ähnlich aus wie beim DMP, denn nicht jeder Arzt ist berechtigt, eine Reha zu verordnen.

Eine Rehabilitation ist eine sinnvolle Maßnahme auf die der chronisch kranke Patient ein Recht hat. Ziel der Reha ist es, bei älteren Menschen Pflegemaßnahmen möglichst lange hinauszögern und bei jungen Menschen die Arbeitskraft so lange wie möglich zu erhalten.

Ich selbst habe vor anderthalb Jahren aufgrund meines Asthmas einen Reha-Antrag gestellt, der noch immer nicht bewilligt ist.

Wie stellt man einen Reha Antrag?

Ist es ein akuter Fall, kann ein Reha-Antrag relativ schnell bewilligt werden. Handelt es sich nicht um einen akuten Fall, muss man einen Arzt konsultieren, der Reha-berechtigt ist. Der Arzt muss daraufhin einen ca. 15-Seitigen Antrag ausfüllen und der jeweiligen Krankenkasse zustellen.

Irgendwann kommt dann eine Antwort der Krankenkasse – ich habe auf meinen Antrag hin diese Antwort auch bekommen, die in der Regel in etwa so lautet: „Ihrem Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme konnten wir nicht entsprechen, da die entsprechenden Maßnahmen auch im Rahmen einer ambulanten Vorsorge erfolgen können.“   Unserer Erfahrung nach bekommen 80 Prozent der Asthmatiker, die einen Reha-Antrag stellen, diese Antwort.

Daraufhin kann man Wiederspruch einlegen, was auch ich getan habe und daraufhin wurde der Antrag genehmigt.
Nachdem dies erreicht war, begann eine Diskussion um den passenden Ort für die Reha-Maßnahme. Mein Arzt hat eine Maßnahme in Bad Reichenhall vorgeschlagen, weil ich unter einem Asthma mit allergischer Komponente leide. Durch die allergenarme Luft im Hochgebirge ist der Langzeiteffekt einer Reha-Maßnahme bei mir am positivsten, das zeigen meine Erfahrungen aus früheren Hochgebirgsaufenthalten. Die Krankenkasse wollte jedoch nur die Kosten für einen Aufenthalt in Bad Salzungen bewilligen und dieser Ort liegt nicht im Hochgebirge.

Daraufhin habe ich der Kasse diesen Sachverhalt auseinandergesetzt und mit drei ärztlichen Gutachten die medizinische Notwendigkeit eines Hochgebirgsaufenthalts belegt. Die Kasse hat eine Kostenübernahme für einen Aufenthalt in Bad Reichenhall jedoch trotz dieser Gutachten weiter abgelehnt, mit Hinweis  auf das Wirtschaftlichkeitsprinzip. Man hat mir jedoch angeboten, einen Zuschlag von 40,- € pro Tag selbst zu übernehmen.

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