Heimbeatmung bei Asthma

Prof. Dr. Carl-Peter Criée Facharzt für Pneumologie und ehemaliger Chefarzt des Bereiches Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende e.V.

Was tun, wenn das Atmen zu viel Kraft kostet? Wie hilft Heimbeatmung?

Ein sicheres Zeichen für diese nicht mehr funktionierende Atempumpe ist ein erhöhter CO2-Wert im Blut.

Künstliche Beatmung: Die Lösung bei überlasteter Atempumpe?

Gesunde Menschen müssen nur 1 Prozent ihrer Muskelkraft für die Atmung aufbringen. Bei  einem COPD-Patienten können es bei jedem Atemzug bis zu 25 Prozent sein - ein enormer Kraftakt für die Patienten.

„In früheren Zeiten hat man die Kinder bei akuten Epidemien der Kinderlähmung mit Eisernen Lungen beatmet“, so Prof.  Criée, „mittlerweile greift man mit optimierten Ideen auf diesen Therapieansatz zurück. Das erste Therapieziel ist deshalb, die überlastete Muskulatur zu entlasten - „Erholung macht Überbelastung rückläufig“, führte Prof. Criée aus. Dafür stehen heute Atemmasken zur Verfügung, die die Atmung des Patienten unterstützen und der Atempumpe Zeit geben, sich zu regenerieren. „Bei einer akut zu behandelnden Exazerbation der Bronchitis bei COPD zum Beispiel, ist die Atemmaske eine grandiose effektive Maßnahme, was auch wissenschaftliche Studien nachgewiesen haben!“ betonte Prof. Criée.  

In vielen Fällen handelt es sich jedoch nicht um eine akute Atemnot-Situation. Vielmehr ist der Kräfteverlust der Atempumpe ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann. Für die Patienten ist dies sehr Kräftezehrend und geht mit Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen und großer Müdigkeit einher. Auch hier ist der erhöhte CO2-Wert ein sicherer Indikator für die Notwendigkeit einer Behandlung und auch hier sind Atemmasken eine gute Lösung für die Patienten. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die Beatmung mit dem ausreichend hohem Druck erfolgt, z.B. mit über 20 bar, damit sich die Zwerchfellmuskulatur erholen kann. 

Neue Studie belegt Wirksamkeit einer effektiven Heimbeatmung

In der größten deutschen Multicenter- Studie, die je in der Lungenheilkunde durchgeführt wurde, wurde die klassische Therapie von COPD-Patienten mit der um Heimatmung erweiterten Therapie verglichen.1)

Eingeschlossen wurden ausschließlich Patienten, deren CO2-Werte bereits deutlich erhöht waren. Ein Teil dieser Patienten nutzte neben der klassischen Therapie ein Heimbeatmungsgerät, das während des Schlafes für ca. 6 Stunden eingesetzt wurde.

In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten, die die Beatmungsgeräte eingesetzt hatten, deutlich niedrigere CO2-Werte, damit deutlich weniger Symptome und eine erheblich optimierte Lebensqualität hatten. Auch die Mortalitätsraten unter den Heimbeatmungspatienten waren deutlich niedriger.

Quellen:

1) Non-invasive positive pressure ventilation for the treatment of severe stable chronic obstructive pulmonary disease: a prospective, multicentre, randomised, controlled clinical trial, Köhnlein T., Windisch W., Köhler D., Drabik A., Geiseler J., Hartl S., Karg O., Laier-Groeneveld G., Nava S., Schönhofer B., Schucher B., Wegscheider K. , Criée CP. , Welte T., Lancet Respir Med. 2014 Sep;2(9):698-705. doi: 10.1016/S2213-2600(14)70153-5. Epub 2014 Jul 24

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