Asthma Entzündungen

Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld

Asthma bronchiale und Entzündungen: Was weiß man über Zusammenhänge?

Wie sieht eine anti-entzündliche Therapie aus?

Aufgrund der Erkenntnis, das Asthma eine chronische entzündliche Erkrankung ist, stellt die antientzündliche Therapie die wesentliche Basis für die Behandlung von Asthma bronchiale dar.

Die Basistherapie bei allen Formen von Asthma, die nicht nur sehr selten oder ausschließlich infekt-getriggert oder bei körperlicher Anstrengung auftreten, stellen auch weiterhin die inhalativen Corticosteroide (ICS), also Asthmasprays mit Cortison, dar. Hier ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Cortisonmenge bei weitem nicht der üblichen Dosis einer oralen oder intravenösen Applikation entspricht, sondern nur ein Minimum dessen darstellt. Die modernen Formen der Applikation durch Trockenpulver oder Dosier-Aerosole per Spacer ermöglichen zudem die Verabreichung direkt am Ort der Entzündung, so dass systemische Nebenwirkungen nur sehr gering auftreten. Dennoch sollte zur Vorbeugung von Pilz- und Virusinfektionen bei antientzündlicher Therapie nach Applikation des Steroids regelmäßig der Mund ausgewaschen bzw. etwas getrunken werden.

Neue Formen der Asthmatherapie zielen auf eine direkte Beeinflussung der entzündlichen Kaskade. Etabliert ist bislang von diesen neuen Therapieformen nur das sogenannte Anti-IgE, der Wirkstoff Omailzumab. Dieser Wirkstoff ist vorbehalten für schwere allergische Asthmatiker, die mit der Standardmedikation nicht ausreichend kontrolliert werden können.

In den letzten Jahren konnten in weiteren Studien neue Produkte zeigen, dass insbesondere für schlecht kontrollierbare, schwere Asthmatiker in der nächsten Zeit neue Produkte auf den Markt kommen, die ganz gezielt gegen bestimmte Zelltypen oder Mediatoren der allergischen Entzündung des Asthmas wirken.

Man liest immer wieder von „anti-entzündlichen Diäten“ mit antientzündlich wirkenden Nahrungsmitteln, wie sind diese therapeutisch zu bewerten?

Vor dem Hintergrund der entzündlichen Genese des Asthmas liegt es nahe, weiter antientzündliche Therapieformen für das Management zu suchen. Entsprechend werden teilweise Diäten oder Zusatzstoffe angeboten, die vorgeben, den „oxidativen Stress“ zu vermindern und Radikale etc. abzubauen. Hier fehlen bislang die Nachweise aus Studien, dass mit entsprechenden Behandlungsformen tatsächlich dem Patienten mit Asthma geholfen werden kann. Entsprechend kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine solche Therapie nicht empfohlen werden, sie ist auch in der Leitlinie nicht aufgenommen. Hier müssten also erst Studien abgewartet werden, die den klaren Nachweis einer sicheren und effektiven Therapie liefern können.

Herr Prof. Hamelmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.