Skifahren Asthma

Asthma und Skifahren - kein Gegensatz!

Skispaß trotz Asthma: Lungenkranke müssen aufs Skifahren nicht verzichten!

In den Bergen ist jetzt Hochsaison auf den Pisten. Können sich auch Asthamtiker in den Skispaß stürzen? Doktor Gerd Schauerte Pneumologe und Allergologe im CJD Berchtesgaden – Asthmazentrum meint ja: „Bei einer Skiabfahrt legen die meisten Skifahrer immer wieder kleine Pausen ein, und das ist genau der richtige Wechsel, der für Asthmatiker gut ist.“

Asthma und Skisport: Anstrengung und Pausen in der richtigen Mischung

Intervallartiger Sport mit zwischengeschalteten Erholungspausen schützt Asthmatiker vor einem Asthmaanfall. Dennoch müssen Asthmatiker beim Wintersport einiges beachten, denn trocken-kalte Luft reizt die Atemwege erheblich. „Bei extrem niedrigen Temperaturen unter -10°C sollte man sich nicht gerade auf die Ski oder aufs Snowboard stellen“, so Dr. Schauerte, der selbst als begeisterter Skifahrer oft mit asthmakranken Jugendlichen die Pisten unsicher macht.

Asthma und Skisport: Eine Prämedikation ist sinnvoll!

„Bei Wintersportarten mit einer höheren Ausdauerbelastung wie Langlauf oder Schneeschuhwandern ist bei den meisten Asthmatikern außerdem eine Prämedikation sinnvoll.“ Dabei schützt sich der Asthmatiker vor Beschwerden, indem er bereits vor dem Sport sein Asthmaspray inhaliert.

„Im Spätwinter ab März muss man bei entsprechender Wetterlage auch schon mit Pollen von Frühblühern rechnen, die mit aufsteigender Luft aus den Tälern heraufgeweht werden“, warnt der Pneumologe. Allergisch veranlagte Asthmatiker könnten das schon zu spüren bekommen. Doch der Nutzen von Sport für die Lungenkranken überwiegt die Risiken. „Grundsätzlich sollte ein Asthmatiker kontinuierlich Sport treiben und sich fit halten – gerade auch im Winter -, um die Auslöseschwelle für Anstrengungsasthma möglichst hoch zu halten“, erklärt Dr. Schauerte. 

Nebenhöhlenentzündung
In hartnäckigen Fällen hilft eine Radionuklid-Therapie
                                                               
Berlin – Die Nase ständig verstopft, Schmerzen im Gesicht, im Hals nervt ein Kloß: Eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhle kann Betroffenen schwer zusetzen. Schätzungsweise drei Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an chronischer Sinusitis, wie der Fachbegriff lautet. Bringen weder Medikamente noch Operationen die ersehnte Erleichterung, kann eine neue nuklearmedizinische Behandlung helfen – die Radio-Tympano-Sinu-Orthese (RTSO). Dabei bekämpfen radioaktive Partikel die entzündete Schleimhaut, wie der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) erklärt. Die RTSO dauert zehn Minuten, ist eine Kassenleistung und kommt für Erwachsene auch bei chronischer Mittelohrentzündung in Frage.

Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs gehören zu den Erkrankungen, mit denen Hals-Nasen-Ohrenärzte am häufigsten zu tun haben. In der Regel verordnen sie zunächst abschwellende oder entzündungshemmende Medikamente, Inhalationen oder Antibiotika. Halten die Beschwerden an, stehen verschiedene Operationstechniken zur Verfügung, um Eiter, entzündetes Gewebe oder Engstellen zu beseitigen. Tritt auch nach diesen Eingriffen keine spürbare Besserung ein, kann eine Radio-Tympano-Sinu-Orthese (RTSO) hilfreich sein. Dieser Begriff aus dem Lateinischen bedeutet übersetzt: Wiederherstellung nicht-entzündlicher Schleimhautverhältnisse in der Paukenhöhle oder der Nasennebenhöhle durch Bestrahlung.

„Für die RTSO sind alle Pateinten geeignet, die seit Monaten und Jahren unter einer Sinusitis oder Mittelohrentzündung leiden und mehrfach operiert wurden“, erläutert BDN-Experte Dr. med. Norbert Czech, Fellow of the European Board of Nuclear Medicine (FEBNM). „Typische Symptome in diesem Stadium sind eine nasale Stimme, Einbuße der Geruchs-und Geschmacksempfindungen und ein beeinträchtigtes Hörvermögen.“ Die Therapie, bei der HNO-Arzt und Nuklearmediziner zusammenarbeiten, wird seit 2006 angewendet. „Die ganze Behandlung dauert etwa zehn Minuten“, fügt der Bremer Nuklearmediziner hinzu.

Bevor sie beginnt, betäuben die Ärzte die Nasenhöhle des Patienten mit einem Spray. Anschließend saugt der HNO-Arzt den Hohlraum mit einem kleinen Schlauch ab. „Das Eingriffsgebiet muss sauber sein“, erklärt RTSO-Spezialist Czech. Dafür nutzt der Arzt das Loch, das zuvor für die Operationen geschaffen wurde. Anschließend verteilt der Nuklearmediziner ein bis zwei Tropfen der radioaktiven Substanz als feinen Sprühnebel auf die entzündete Schleimhaut. „Dies geschieht mittels einer kleinen Sonde“, so Czech. Als radioaktive Partikel kommen Erbium oder Rhenium in Frage.

Effekt der nuklearmedizinischen Behandlung: Die Fresszellen der entzündeten Schleimhaut nehmen die radioaktiven Partikel auf, die Schleimhautzellen sterben daraufhin ab. „Anschließend entsteht eine neue, gesunde bindegewebige Wundhaut, die die krankhafte Schleimhaut ersetzt“, sagt Czech. „Im Ergebnis weicht die Entzündung, Infektion und Schwellung klingen ab“, sagt Czech. Für die Patienten ist die Therapie ungefährlich, die Strahlenbelastung gering. „Nach wenigen Tagen ist keine Radioaktivität mehr nachweisbar“, erklärt der BDN-Experte.

Eine Studie mit 45 Anwendungen an Patienten, die an chronischer Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung litten, belegt die Wirksamkeit der RTSO. „Alle Patienten fühlten sich erfolgreich therapiert, konnten anschließend wieder riechen und schmecken und benötigten keine weiteren Eingriffe“, bilanziert BDN-Experte Czech. Die RTSO wird in spezialisierten Praxen und nuklearmedizinischen Kliniken angeboten und beansprucht nur zehn Minuten. Kinder, Jugendliche und Schwangere sind von der RTSO ausgeschlossen.


Die erwähnte Studie finden Sie unter folgendem Link:
http://www.nuklearmedizin-bremen.de/fileadmin/user_upload/pdf/downloads/62506_0001.pdf

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