Husten Kind

Priv.-Doz. Dr. Ernst Rietschel, Leiter des Schwerpunktes Pädiatrische Pneumologie und Allergologie in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln

Husten beim Kind: Was kann dahinter stecken, wenn das Kind hustet?

Wie klärt der Arzt ab, ob beim Kind ein Asthma vorliegt?

Bei Kindern ab sechs  Jahren kann ein Lungenfunktionstest durchgeführt werden. Damit sieht man, ob die Atemwege „eng gestellt“ sind, und dies wäre ein Zeichen für Asthma.

Bei Kindern unter sechs Jahren ist ein Lungenfunktionstest  nicht möglich. In diesem Fall muss man sich über die Krankheitsgeschichte und die Familienanamnese der Diagnose „Asthma“ nähern. Liegen alle Faktoren vor, die mit einem Asthma in Zusammenhang stehen, ist auch bei kleinen Kindern eine Diagnose möglich. Da Asthma vererbt werden kann, gehört zu diesen Faktoren  z.B. dass die Mutter Asthma hat. Ein weiterer Faktor ist, dass das Kind bereits eine allergische Erkrankung hat oder hatte, z.B. eine Neurodermitis oder eine Nahrungsmittelallergie. Kommen diese Faktoren zusammen, spricht man von einem „atopischen Kind“ und wenn ein solches Kind dauerhaft hustet und ein pfeifendes Atemgeräusch entwickelt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Asthma handelt, sehr groß.

Ein wichtiger Punkt bei der Diagnose ist die Allergiediagnostik. Dafür kann man beim Kind in jedem Alter einen Hauttest, den Prick-Test durchführen, um mögliche Sensibilisierungen zu erkennen. Ebenso ist ein Bluttest möglich, der IgE-Test, mit dem man im Blutserum Antikörper gegen die Allergene nachweisen kann. 

Ist ein Asthma bei Kindern immer allergisch bedingt?

Ein nicht-allergisches Asthma ist bei Kindern eher selten. Fast immerbesteht bei asthmatischen Kindern eine Überempfindlichkeit der Atemwege, die angeboren ist. Die Allergie agiert dann als Triggerfaktor, der das Asthma auslöst.

Auch Virusinfekte oder Schadstoffe, wie z.B. Zigarettenrauch, wirken als Triggerfaktoren und können ein Asthma auslösen. Kommen mehrere Faktoren zusammen, spricht man von einem „gemischten Asthma“.

Es gibt auch Menschen, die keine Allergien haben, sondern nur auf Faktoren wie Virusinfekte, Zigarettenrauch oder Anstrengung  reagieren, aber wie gesagt, kommt dies bei Kindern eher selten vor. Bei Kindern überwiegt das „gemischte Asthma“

Welche Therapie würde man durchführen, wenn das Kind tatsächlich Asthma hat?

Liegt eine allergisch bedingte Entzündung der Atemwege, d.h. ein allergisches Asthma  vor, wäre es am besten, das Allergen zu meiden. Allerdings sind z.B. bei einer Tierhaarallergie, die meisten Familien nicht bereit, auf ihr Haustier zu verzichten.

Kausal behandeln würde man die dem Asthma zugrunde liegende Entzündung mit lokalem Kortison. Das bedeutet, das Kind würde ein gering dosiertes, kortisonhaltiges, nebenwirkungsarmes Präparat inhalieren.

Stellt man dann fest, dass immer höhere Dosen nötig sind, um eine Symptomfreiheit zu erreichen, würde man an eine spezifische Immuntherapie denken. Die spezifische Immuntherapie ist für Kinder ab fünf Jahren zugelassen und hat sich bei Pollenallergien sehr gut bewährt.

Bei Tierhaarallergien ist die spezifische Immuntherapie allerdings nicht unproblematisch, denn die Therapie wird in diesem Fall meist nicht gut vertragen. Außerdem weiß man noch nicht, wie gut die Wirksamkeit ist, denn die Studienlage ist bei Tierhaarallergien nicht sehr gut.  

Herr Priv.- Doz. Dr. Rietschel, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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