Inhalieren bei Asthma bei Kindern

Dr. med. Verena Mandelbaum, Kinderärztin, Allergologin, Pädiatrische Pneumologin in der Privatpraxis für Asthma & Allergien in der ATOS Klinik in Heidelberg

Inhalieren bei Asthma: Wie inhalieren Kinder richtig? Worauf kommt’s an?

Welche Nachteile hat es, wenn Steroide bei der Nassinhalation großflächiger mit dem Gesicht des Kindes in Berührung kommen?

Durch die Nassinhalation mit Steroiden erhöht sich das Infektionsrisiko der Haut und auch bei Augen und Ohren ist eine Dauerbenebelung mit Steroiden nicht angeraten – eine Sprayinhalation ist die deshalb die bessere Lösung. Das heißt aber nicht, dass Eltern eine Nassinhalation unterlassen sollten, wenn der Sprayeinsatz beim Kind nicht möglich ist. Die Konsequenzen eines unbehandelten Asthmas sind für das Kind weitaus problematischer als die Nassinhalation mit Steroiden.

Die Nassinhalation im Infekt mit Kochsalz ist nach wie vor unumstritten eine wichtige Hilfe bei der Schleimlösung und Beruhigung der Atemwege. Durch Zusatz von Salbutamol in Tropfen oder als vorgemischtes Fertiginhalat kann so effektiv auch beim nicht kooperativen Kleinkind eine pulmonale Obstruktion effektiv behandelt werden.

Anwendungsfehler sind ein häufiger Grund dafür, dass die Asthmatherapie nicht richtig wirkt. Worauf sollten Eltern asthmatischer Kinder achten?  

Auch die fehlerfreie Anwendung der Inhaler ist stark von der Kooperation des Kindes abhängig, aber auch vom Geschick der Eltern. Es gibt Kinder, die sehr gut kooperieren und hier ist die Maske das A und O!

Bei der Inhalation mit Maske verhindert man Anwendungsfehler, indem man eine weiche, gut sitzende Maske in einer großen Größe verwendet. Die Maske sollte unbedingt eine Gummiwulst haben, die dafür sorgt, dass sie gut abschließt. Ebenso wichtig ist die bereits erwähnte optische Kontrolle in Form einer Membran, die das Ein- und Ausatmen des Kindes sichtbar macht.

Das Geschick der Eltern ist gefragt wenn es darum geht, zu erreichen, dass das Inhalieren lange genug und auf ruhige und langsame Art und Weise erfolgt. Dabei ist die Körpersprache der Eltern ganz wichtig, denn so können sie dem Kind das richtige Inhalieren vormachen. Konkret bedeutet dies, man sollte sich nicht vor das Kind stellen und ihm frontal demonstrieren, was es zu tun hat. Viel besser ist es, das Kind auf den Schoß zu nehmen, in der langsamen Frequenz des Kindes mit ihm zusammen ein- und auszuatmen und ihm dabei ein positives Gefühl zu vermitteln. Nur so wird die Inhalation effektiv und entspannt verlaufen.

Ganz wichtig nach der Inhalation ist das bewusste Lob durch die Eltern durch das sie den Vorgang des Inhalierens positiv belegen. Das Kind muss das Gefühl haben, dass es eine tolle Leistung vollbracht hat und dass sich alle darüber freuen, wie schön es inhaliert hat und zum Schluss gibt es einen besonderen „Mamakuss“!    

Das geht natürlich nicht, wenn ein Kind sich gegen die Inhalation wehrt. Manche Kinder wehren sich einfach sehr stark und dem muss man Rechnung tragen. Wenn die Kinder das Inhalieren massiv ablehnen, macht es keinen Sinn, einen täglichen Kampf auszufechten. Besser ist es dann, eine vierwöchige Pause zu machen, auf  Nassinhalation oder orale Medikation umzustellen und es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zu versuchen.

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