CJD Berchtesgaden Asthma Allergien Neurodermitis

Dr. Gerd Schauerte, Leiter Institut für Verhaltensmedizin bei Neurodermitis und Asthma beim CJD Berchtesgaden

CJD Berchtesgaden: Reha und Schule bei Asthma, Allergien, Neurodermitis und Co.

Wie sieht der Tagesablauf im CJD Berchtesgaden aus?

Am Vormittag findet zunächst der Schulbesuch satt, nach dem Mittagessen gibt es eine kurze Freizeit-Pause, von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr findet die sogenannte Lernzeit statt, d.h. dann werden die Hausaufgaben gemacht und von den Pädagogen begleitet und ab 15.30 Uhr ist Freizeit. Das kann Freizeit "ohne Programm" sein, es gibt aber auch ein breites Angebot an Aktivitäten wie Fußball, Badminton, Kletterkurse, Mountainbike und im Winter Skifahren oder Snowboarden.

Gerade bei den Asthmatikern ist Sport ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Deshalb gehört zu unserer medizinischen Betreuung eine sporttherapeutische Abteilung durch die jeder Jugendliche sporttherapeutisch begleitet wird, individuell abgestimmt auf seine Bedürfnisse und Vorlieben. Für die Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, zu lernen, wir sie sich komplikationslos körperlich belasten können. Insbesondere für die Kinder mit Adipositas ist Sport ein sehr wichtiges therapeutisches Element.   

Leiden die Kinder und Jugendliche unter der Trennung von der Familie?

Häufig kommen Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren zu uns, d.h. wenn die Pubertät gerade eingesetzt hat. Die Kinder streben dann automatisch nach Eigenständigkeit und ein gewisser Ablösungsprozess vom Elternhaus steht im Raum. In diesem Alter sind die Kinder dann auch eher bereit, eigene Verantwortung für ihre Therapie zu übernehmen und sie verkraften auch die Trennung von Familie und Freunden viel leichter.

Da aber in Bayern auch alle sechs bis sieben Wochen Ferien sind, kann ein Kind, das unter Heimweh leidet, regelmäßig nach Hause fahren.

Wie kommt man überhaupt zu einem Aufenthalt in CJD Berchtesgaden und wer trägt die Kosten?

Der Kostenträger für die Maßnahmen im CJD Berchtesgaden ist zum einen das übergeordnete Sozialamt. Dies ist über den sogenannten Eingliederungsparagraphen im SGB XII, §  53 und 54 geregelt. Der Eingliederungsparagraph besagt: Wenn chronische Erkrankungen dazu führen, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr regelhaft an Schul- oder Berufsleben teilnehmen können, können entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um eine Eingliederung zu ermöglichen.

Wenn es aufgrund der chronischen Erkrankung zu familiären Problemen oder Erziehungsproblemen kommt, z.B. wenn es in der Familie des chronisch kranken Kindes noch weitere Geschwister gibt oder bei alleinerziehenden Eltern, die mit der Belastung alleine nicht mehr zurecht kommen, gibt es bei entsprechender Indikation auch die Möglichkeit den Aufenthalt bei uns über das Jugendamt, d.h. über den SGB VIII zu finanzieren.

Bei unserer Elternberatung - Herr Daum ist unter der Telefonnummer 08652/6000 251 zu erreichen – kann man sich sehr gut zu den Finanzierungsmöglichkeiten informieren.

Was ist wichtig im Nachgang des Aufenthaltes beim CJD Berchtesgaden? Was müssen Kinder und Eltern beachten, damit die positive Wirkung auch anhält?

Wichtig ist neben der gesundheitlichen Stabilisierung, dass schulische Qualitäten und Verhalten der Kinder und Jugendliche so stabilisiert sind, dass sie in einer normalen Regelschule bestehen können. Erst dann ist eine permanente Rückführung der Kinder und Jugendlichen ins familiäre Umfeld möglich.

Für die Familie bieten wir grundsätzlich ebenfalls Schulungen an, unabhängig von einer familiären Rückführung, damit bereits in den Ferien sichergestellt ist, dass die Erkrankung gut betreut wird. In Familien mit mehreren chronisch kranken oder sehr kleinen Kindern kann das aber sehr schwierig werden.

Zusätzlich stimmen wir uns mit den betreuenden Kollegen vor Ort bezüglich der weiteren Betreuung ab, z.B. darüber, wie engmaschig die medizinische Betreuung sein sollte.

Herr Dr. Schauerte, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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