Bronchiale Thermoplastie

Prof. Dr. med. Stefan Krüger, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Florence-Nightingale Krankenhaus in Düsseldorf

Bronchiale Thermoplastie: Wie hilft die Behandlung bei schwerem Asthma?

Behandelt man mit der bronchialen Thermoplastie die gesamte Muskulatur der Atemwege, wie sieht der Ablauf der Behandlung aus?

Der Behandlungsablauf der bronchialen Thermoplastie ist wie folgt: Zunächst wird der rechte Unterlappen der Lunge in einer Sitzung  behandelt. Danach legt man eine Pause von vier bis fünf Wochen ein und dann erfolgt die Behandlung des linken Unterlappens. Nach weiteren vier bis fünf Wochen Pause werden die beiden Oberlappen der Lunge behandelt.

Dieses schrittweise Vorgehen in einem sogenannten Stufenkonzept hat sich bei der bronchialen Thermoplastie bewährt. Würde man bei diesen schwer asthmatischen Patienten alle Lungenanteile auf einmal behandeln, bestünde für den Patienten ein größeres Risiko, durch die Behandlung einen Asthmaanfall zu erleiden.

Bei jedem Behandlungsabschnitt werden die jeweiligen Bronchien des jeweiligen Lungenteils behandelt und mit einer sogenannten "Aktivierung" wird jeweils eine Strecke von einem Zentimeter der Atemwegsmuskulatur bearbeitet. Das bedeutet, man schiebt den Katheter in die Bronchien, gibt dann Wärme ab, indem man den Katheter aufstellt und zieht den Katheter dann jeweils ca. einen Zentimeter zurück. Auf diese Art lassen sich die Bronchien im einsehbaren Bereich auf ganzer Strecke behandeln. Bei einer Behandlung des unteren rechten Lungenlappens muss man von etwa 80 bis 100 Aktivierungen ausgehen. Eine Aktivierung dauert 10 Sekunden und der Eingriff insgesamt dauert etwa 45 Minuten und mit einer gewissen Routine etwa 25 Minuten.

Ist bei der bronchialen Thermoplastie eine Narkose nötig?

Wir führen die bronchiale Thermoplastie immer in Vollnarkose durch. Das hat den Vorteil, dass die Patienten dann entspannt sind und während und nach der Behandlung nicht husten müssen. Ansonsten kann der durch die Bronchoskopie ausgelöste Reiz zu sehr starkem Husten führen - für den Operateur führt dies zu Schwierigkeiten bei der korrekten Platzierung des Katheters. Außerdem kann durch den starken Hustenreiz auch ein Asthmaanfall ausgelöst werden. Deshalb wird diese Behandlung in Deutschland in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. In anderen Ländern wird zum Teil aus Kostengründen auf eine Vollnarkose verzichtet.

Der Risikofaktor bei der bronchialen Thermoplastie ist dann ein Asthmaanfall?

Ja, der Asthmaanfall ist der Hauptrisikofaktor bei der bronchialen Thermoplastie. Um dies zu verhindern, ist es vorgeschrieben, dass die Patienten mindestens drei Tage vor und auch noch mindestens einen Tag nach der Behandlung Kortison in Tablettenform einnehmen – die übliche Prednisolon Dosis liegt bei 50 mg täglich.

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