Adipositas Folgeerkrankungen

Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und Internist, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umwelt- und Sportmedizin in Augsburg

Adipositas und Folgeerkrankungen wie Asthma etc.: Wie hängt das zusammen?

In einer Studie hat man festgestellt, dass Kinder mit Adipositas ein signifikant höheres Risiko haben, an Asthma zu erkranken. Aber nicht allein das Asthmarisiko steigt mit zunehmendem Gewicht. Auch andere schwere Erkrankungen können die Folge von Übergewicht sein. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und Internist, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umwelt- und Sportmedizin in Augsburg über Adipositas, Asthma und andere Folgeerkrankungen und was man tun kann, um das Gewicht zu reduzieren.

Herr Dr. Hellmann, in einer Studie hat man bei Kindern einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Risiko, Asthma zu entwickeln festgestellt…

Bei der erwähnten Studie hat man bei knapp 5.000 Kindern untersucht, ob eine genetische Veranlagung zu Übergewicht mit dem Risiko korreliert, Asthma zu entwickeln. Ausgangspunkt war bei dieser Studie die Adipositas, d.h. man hat Kinder untersucht, die bereits ein Übergewicht entwickelt hatten und bei denen hierfür genetische Hinweise vorlagen. Anhand dieser Untersuchung zeigte sich eine sehr starke Assoziation zwischen Adipositas und Asthma.

Heißt das eine Gewichtsreduktion ist beim Zusammentreffen von Adipositas und Asthma immer angeraten?

Bei einem übergewichtigen Kind ist es, unabhängig vom Asthma, immer angeraten, eine Gewichtsreduktion anzustreben. Allein schon das Risiko, Diabetes zu entwickeln, ist Grund genug darauf einzuwirken, dass das Körpergewicht reduziert wird. Auch Verschleißerscheinungen der Gelenke gehen mit Adipositas einher.

Den Grad des Übergewichtes bemisst man mit Hilfe des Body Mass Index (BMI), ab welchem BMI steigt denn bei Kindern das Risiko für Asthma? 

Adipositas liegt dann vor, wenn der BMI 25 übersteigt. In der Studie an adipösen Kindern hat sich gezeigt, dass das Asthmarisiko ab einem BMI von 25 ansteigt und mit jedem BMI-Punkt zunimmt. Das bedeutet, das relative Risiko steigt um 55 Prozent für jede BMI-Einheit.

Weiß man warum der Zusammenhang zwischen Adipositas und Asthma besteht?

Die Erkrankung Asthma ist noch nicht vollständig erforscht. Man weiß zwar, dass Asthma eine entzündliche Erkrankung ist, aber man weiß nicht, warum manche Menschen an Asthma erkranken und andere nicht. Zwar gibt es auch beim Asthma genetische Vorbelastungen, aber auch dies erklärt nicht alles.

Einen Zusammenhang zwischen Adipositas und Asthma vermutet man jedoch im Hinblick auf die Entzündungsmechanismen. Fettzellen sind an bestimmten Entzündungsreaktionen beteiligt, d.h. Fettzellen fördern Entzündungen und damit auch die Asthmaerkrankung.

Aber wie gesagt, das Übergewicht an sich ist bereits ein Problem, ganz unabhängig davon, dass damit auch das Asthmarisiko steigt.

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