Asthma, COPD

Prof. Dr. Johann Christian Virchow, Leiter des Zentrums für Innere Medizin, Abteilung für Pneumologie an der Universitätsmedizin der Universität Rostock

Asthma oder COPD – was ist der Unterschied?

Wie unterscheidet sich die Behandlung von Asthma von der Behandlung einer COPD?

Es gibt Gemeinsamkeiten bei der Therapie von Asthma und COPD. So ist z.B. die Inhalationstherapie bei Asthma und COPD durchaus ähnlich, in beiden Fällen setzt man bronchialerweiternde Substanzen ein. Man therapiert auch mit inhalativen Kortikosteroiden, d.h. mit inhalierbarem Kortison, wobei dieses bei Asthma einen wesentlich höheren Stellenwert hat als bei der COPD.

Unterschiede in der Therapie von Asthma und COPD liegen z.B. darin, dass Patienten mit COPD eher mit Anticholinergika zu behandeln sind, einem Wirkstoff, der die Kontraktion der glatten Muskulatur dämpft. Auch sind COPD-Patienten besser mit dem Wirkstoff Roflumilast  zu therapieren, der für die Behandlung von Asthma nicht zugelassen ist. Patienten mit COPD benötigen auch häufiger Sauerstoff und aufgrund der oft sehr starken Lungenüberblähung kann eine Volumenreduktionsoperation oder ein sogar eine Lungentransplantation erforderlich sein.

Welche Auswirkungen kann es haben, wenn COPD und Asthma verwechselt werden und dadurch auch jeweils falsch behandelt?

Wie gesagt darf bei der Behandlung von Asthma ein inhalatives Kortison nicht fehlen. Wenn das Asthma als COPD behandelt wird und lediglich bronchialerweiternde Medikamente verabreicht werden, kann dies den Patienten erheblich schädigen.

Herr Prof. Virchow, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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