Asthma, COPD

Prof. Dr. Johann Christian Virchow, Leiter des Zentrums für Innere Medizin, Abteilung für Pneumologie an der Universitätsmedizin der Universität Rostock

Asthma oder COPD – was ist der Unterschied?

Welche Diagnosemethoden stehen zur Diagnose von Asthma zur Verfügung und wie diagnostiziert der Arzt COPD?

Das Wichtigste - und dies gilt für beide Erkrankungen – ist die Anamnese. Dabei ist es wichtig, dass der Arzt den Patienten genau befragt, wann die Beschwerden auftreten und wie die Symptome aussehen.

Ebenfalls wichtig für beide Erkrankungen ist die Durchführung einer Lungenfunktionsmessung, ohne Lungenfunktionsmessung sollte man keine Diagnose stellen.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist der Reversibilitätstest. Mit dem Reversibilitätstest wird untersucht,  ob sich die bei der Lungenfunktionsmessung festgestellte Verengung der Atemwege durch eine Behandlung mit bronchialerweiternden Stoffen deutlich verbessert. Ein Asthma spricht typischerweise positiv auf bronchialerweiternde Stoffe an, bei der COPD ist dies nicht der Fall. Anhand des Reversibilitätstests muss eine Therapie für den Patienten entwickelt werden, die ihm dauerhaft hilft.

Wer kann solche Lungenfunktionsmessungen durchführen?

Es gibt eine einfache Lungenfunktionsmessung, die sogenannte Spirometrie, die von jedem Allgemeinmediziner durchgeführt werden können sollte. Weiter gibt es eine komplexere Messung der Lungenfunktion, die häufig eine Ganzkörperplethysmographie einschließt und die vom Pneumologen, d.h. vom Lungenfacharzt, durchgeführt wird.

Asthma und COPD werden manchmal verwechselt. Woran liegt das? Was sollten Nicht-Pneumologen beachten, was der Patient?

Die Differenzierung von Asthma und COPD ist nicht immer ganz einfach. Insbesondere bei älteren Patienten mit schwerem Asthma, die schlecht auf die Therapie ansprechen, kann der Eindruck entstehen, es handele sich um eine COPD. Dann gibt es auch Patienten mit Asthma, die trotz der Erkrankung stark rauchen. Dadurch kann es schwierig werden zu unterscheiden, ob die Beschwerden von Asthma, von COPD oder vom Rauchen verursacht werden. Dennoch ist es wichtig eine Differenzialdiagnose zu stellen, auch wenn dies therapeutisch nicht unbedingt maßgebliche Konsequenzen hat. Eine Differenzierung ist insbesondere im Hinblick auf die Prognose wichtig. Während es mit Asthma durchaus möglich ist, ein hohes Alter zu erreichen, ist die Lebenserwartung von COPD-Patienten deutlich niedriger.

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