Anstrengungsasthma Kinder

Priv.-Doz. Dr. Angela Zacharasiewicz, Leitende Oberärztin am Wilhelminenspital in Wien

Anstrengungsasthma bei Kindern: Ursachen, Symptome, Diagnose, Therapie

Wie häufig kommt es vor, dass ein Kind mit diesen Symptomen wirklich ein Anstrengungsasthma hat?

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen dafür, weshalb ein Kind unter Belastung außer Atem kommen kann – es muss sich nicht unbedingt um ein Anstrengungsasthma handeln. Generell liegt der Anteil der Kinder, die Asthma haben, für Österreich und Deutschland bei ca. 10 Prozent. Von diesen Kindern haben ca. 35 Prozent Beschwerden, die man als "Excercise-induced" bezeichnen kann. Das bedeutet, dass diese asthmatischen Kinder auf körperliche Anstrengung oder auch Hyperventilation beim Sport mit den typischen Asthmasymptomen reagieren. 

Was spielt sich beim Anstrengungsasthma im Körper ab?

Beim Anstrengungsasthma spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen kommt es zu einer Verengung der Atemwege. Das bedeutet, dass man vielleicht noch gut einatmen kann, aber das Ausatmen fällt sehr schwer. Dann kommt es in den Atemwegen zu einer Entzündungsreaktion, die von einem Anschwellen der Atemwege begleitet wird. Oft kommt es auch zu vermehrter Schleimbildung, was zu einer weiteren Verengung der Atemwege beiträgt.

Zur Ursache dieser Beschwerden gibt es mehrere Theorien. Eine Theorie besagt, dass das starke Hyperventilieren, z.B. beim Sport, insbesondere in kalter Luft, zu einer Abkühlung der Atemwege führt. Man vermutet, dass sich durch die Kühlung die Blutgefäße, die in den Atemwegen in großer Zahl vorhanden sind, zunächst zusammenziehen und verengen. Danach erfolgt eine reaktive Hyperämie, d. h die Blutgefäße öffnen sich und es kommt zu einem überschießenden Anschwellen des Gewebes, also zu einer typischen Schwellung mit Verengung der Atemwege.  

Eine andere Theorie besagt, dass es durch eine Veränderung der Osmolarität in den Atemwegen, d.h. der Durchlässigkeit, zu dieser Ausschüttung von Entzündungsmediatoren bzw. zu Entzündungen kommt. Die Entzündungsmediatoren schädigen dann zusätzlich das Epithel, d.h. die Oberfläche der Atemwege. Wenn die Kinder dann noch zusätzlich kontaminierter Luft ausgesetzt sind, z.B. durch Passivrauchen oder durch Einatmen von Verkehrsabgasen, kann es zu erheblichen Problemen kommen. Die Gifte gelangen durch die geschädigte Schleimhaut noch tiefer in die Lunge hinein.

Welche Rolle spielen allergische Reaktionen in diesem Zusammenhang?

Viele Kinder leiden an einem Allergischen Asthma. Durch die zugrunde liegende Allergie wird die Atemwegsinflammation, d.h. die Entzündung, immer wieder aufrechterhalten bzw. angeheizt. Die Kinder sind dadurch auch anfälliger dafür, bei körperlicher Anstrengung mit einer Atemwegsverengung zu reagieren – man sagt auch "obstruktiv zu werden".

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