Vocal Cord Dysfunction Asthma

Dr. med. habil. Johannes Schulze, Stellv. Leiter des Schwerpunkts Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitäts-Klinikum Frankfurt der Goethe Universität

Vocal Cord Dysfunction? Asthma? Unterschiede bei Symptomen und Therapie

Wie lange dauert so ein VCD-Anfall und wie häufig kommt er vor?

Ein VCD-Anfall kann wenige Minuten oder auch zwei Stunden dauern. Es gibt aber auch Patienten, die unter einer chronischen leichten Verengung der Stimmbänder leiden, dabei sind die Stimmbänder immer leicht verengt.

Die Häufigkeit der Anfälle hängt bei der Vocal Cord Dysfunction vom Auslöser ab. Das kann z.B. bei jeder Sportstunde der Fall sein oder immer dann, wenn ein bestimmter Geruch auftritt, der als Trigger fungiert. Jeder Patient mit Vocal Cord Dysfunction hat seinen persönlichen Trigger und dieser löst dann die Anfälle aus.

Kann man an einem Vocal Cord Dsyfunction Anfall auch ersticken?

Nein, ein Ersticken ist beim VCD-Anfall nicht möglich. Zwar wird die Situation von den Patienten selbst und von den Menschen in ihrer Umgebung als sehr beängstigend empfunden, aber gefährlich ist die Vocal Cord Dysfunction nicht. Man kann an einer VCD nicht ersticken - die Stimmbänder öffnen sich rechtzeitig wieder.

Welche Rolle spielen psychische Komponenten bei der Vocal Cord Dysfunction?

Wir haben die psychische Komponente bei der Vocal Cord Dysfunction bei unseren Patienten sehr genau mit Hilfe eines standardisierten Verhaltensfragebogens untersucht. Dabei haben wir festgestellt, dass ca. 20 Prozent unserer Patienten mit einer Vocal Cord Dysfunction einen auffälligen Fragebogen haben. Die Patienten gaben an, unter Verhaltensmustern wie z.B. sozialem Rückzug, Schüchternheit, Verschlossenheit, Traurigkeit, Verstimmtheit, Ängstlichkeit, Nervosität, Einsamkeit, Sozialer Ablehnung, Minderwertigkeitsgefühlen, trauriger Verstimmung und Depressivität zu leiden.2) Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Patienten psychisch erkrankt sind. Erst wenn sich sehr deutliche Symptome zeigen, sollte man weiter therapeutische Maßnahmen ergreifen, wie z.B. eine Familientherapie oder eine Exploration – das ist ein Gespräch zur Ergründung der Ursachen dieser Verhaltensmuster.

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