Günter Budelski, Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg

"Mehr Lebensqualität" mit der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie

Was bietet Ihre Selbsthilfegruppe den Mitgliedern?

Ein wesentlicher Faktor für unsere Mitglieder ist, dass wir sie informieren, z. B. über neue Medikation und Gesetzesänderungen und auch Ratschläge bei Problemen mit Verordnungen und Rehamaßnahmen  geben. Wir ermuntern unsere Mitglieder, sich mit einem "Nein" nicht gleich zufrieden zu geben und geben Ihnen konkrete Hilfestellungen. Oft werden die Ärzte von den Kassenärztlichen Vereinigungen nicht so informiert, wie dies erforderlich wäre. Hier können wir helfen, weil wir z.B. auch Ausnahmeregelungen kennen oder weil wir wissen, was bei Rehaanträgen zu beachten ist. Eine weitere Hürde ist oft der kassenärztliche Dienst der Krankenkassen, der viele Anträge zunächst einmal ablehnt und auch hier stehen wir mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen unsere Mitglieder dabei, nicht gleich aufzugeben. Dies ist aber nur ein Aspekt. Ein anderer, nicht minder wichtiger Aspekt ist, dass wir konkrete Hilfestellung geben, wie man, trotz der Krankheit, ein vollwertiges, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Welche Aktivitäten organisieren Sie in der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie?

Mit der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie wollte ich immer eine Plattform schaffen, die Menschen mit Asthma „aktiv“ werden lässt. Wir bieten deshalb in erster Linie "Hilfe durch Selbsthilfe", denn es hilft ja nichts, sich gegenseitig zu bedauern! Der Fokus unserer Selbsthilfegruppe liegt deshalb darauf, was man trotz Asthma machen kann und nicht darauf, was man nicht machen kann. Dazu gehöre Aktivitäten in allen Bereichen des Lebens, wie Kunst, Kultur, Musik, Sport, Ausflüge und vieles mehr, denn wir wollen uns ja nicht immer nur mit unserer Krankheit beschäftigen.

Sie organisieren auch regelmäßig sportliche Aktivitäten?

Sport ist bei uns eine der wichtigsten Aktivitäten und zwar gerade deshalb, weil der Sport in früheren Zeiten für Asthmatiker nicht erlaubt war. In meiner Jugend gab es noch nicht die Medikamente, die heute zur Verfügung stehen und deshalb war Sport absolut verboten.

Auch in der berühmten Klinik für Patienten mit Atemwegserkrankungen in Davos steht sportliche Betätigung, neben der Medikation, an erster Stelle der Therapie.  Dagegen bestand früher die klassische Therapie für Asthmatiker in "frischer Luft" und "Sonnenbaden" – Sport war damals undenkbar! Für Menschen mit Asthma war das natürlich ein weitere Stigma: "Du darfst keinen Sport treiben - Du hast Asthma!"

Später begann dieses Bild sich zu wandeln und man hat zunehmend gesehen, dass Sport bei Asthmatikern eine positive Wirkung auf das Krankheitsbild hat. Während meiner letzten Reha im Jahr 1979 war sportliche Betätigung dann Teil der Therapie und diesen Therapieansatz wollte ich deshalb auch in unsere Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie einbringen und mittlerweile gibt es unsere Asthma Sportgruppe schon seit 15 Jahren! Hier bieten wir Wanderungen, es gibt eine Laufgruppe, wir bieten Nordic Walking an, wir organisieren Fahrradausflüge und bieten unseren Mitgliedern damit die Möglichkeit zu sehen: "Ich kann das – ich gehöre dazu!"

Aber auch Informationen zu einer gesunden Lebensführung sind uns wichtig. Man kann als Asthma-Patient selbst eine ganze Menge tun, um die Beschwerden zu minimieren. Dazu gehört natürlich an erster Stelle, nicht zu rauchen. Aber auch durch eine gesunde Ernährung und indem man auf sein Gewicht achtet, kann man selbst viel dazu beitragen, dass man sich wohlfühlt. In einer Gruppe fällt  das alles natürlich auch leichter.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.