Günter Budelski, Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg

"Mehr Lebensqualität" mit der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie

Die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg im Taunus e.V. setzt auf Aktivität. Der Verein bietet seinen über 100 Mitgliedern nicht nur die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, sondern will auch aktiv dazu beitragen, die Lebensqualität seiner Mitglieder zu verbessern. Mit zahlreichen Angeboten bietet die Selbsthilfegruppe Menschen mit Asthma und Allergie die Möglichkeit, gemeinsam „etwas zu erleben“ – und das schon seit 15 Jahren. Wie das genau aussieht, darüber sprach MeinAllergiePortal mit dem Initiator und Gründer sowie 1. Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg, Herrn Günter Budelski. 

Herr Budelski, was wollten Sie erreichen, als Sie die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg im Taunus vor 15 Jahren gegründet haben?

Die Gründung unserer Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie hat eine Vorgeschichte, die mich persönlich betrifft. Ich habe seit meinem 5. Lebensjahr Asthma und kam deshalb mehrfach zur Rehabilitation. Das Problem war aber, dass es mir zwar während dieser Rehamaßnahmen immer gut ging, dass ich aber in dieser Zeit im Grunde in einer Art "goldenem Käfig" lebte. Bei einer Reha herrschen optimale klimatische Bedingungen, die Gemeinschaft mit anderen Betroffenen lässt einen vergessen, dass man "anders" ist und ein verständnisvolles Umfeld führte dazu, dass ich mich sehr wohl fühlte.

Aber: Immer wenn ich nach einer Reha hochmotiviert wieder nach Hause kam, war alles wieder beim Alten. Gerade weil einem Asthmatiker an manchen Tagen "die Luft weg bleibt", an anderen aber nicht, zeigt das Umfeld oftmals wenig Verständnis und man hört immer wieder: "Was, Du hast Asthma? Du siehst doch gar nicht krank aus!" Asthma ist eben eine Erkrankung, die man auf den ersten Blick nicht sieht und das Verständnis dafür ist in der Öffentlichkeit nicht wirklich vorhanden. Entsprechend frustriert war ich dann immer im Anschluss an die Reha-Aufenthalte.

Hinzu kam, dass mein Arzt mir ein Medikament, welches ich in der Reha bekam, nicht verschreiben wollte. "Aus Kostengründen" wie er mir erklärte. Zu bemerken sei noch, dass 1999 ein Gesundheitsstrukturgesetz verabschiedet wurde. Somit beschloss ich, Gleichgesinnte zu suchen und nach dem Motto "Gemeinsam sind wir unausstehlich" als Gruppe mehr Gehör zu finden. Als Einzelner führt man einen Kampf gegen Windmühlen. So fiel mit einer Veranstaltung zum Thema "COPD und Asthma" im Kronberger Hof der Startschuss zur Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg im Taunus.

Wie war die Resonanz auf diese erste Veranstaltung zu COPD und Asthma?

Die Resonanz war sehr positiv. Auf eine kleine Notiz in der Zeitung kamen 40 Interessierte und es bestand ein großes Interesse an weiteren Veranstaltungen zum Thema Asthma. Bei 13 der Anwesenden war das Interesse sogar so groß, das sie bereit waren, einen Verein zu gründen und auch aktiv mitzuarbeiten.

Gemeinsam haben wir dann im nächsten halben Jahr unsere Ziele definiert und eine Satzung festgelegt – und dann ging es los!

Welche Ziele haben Sie denn für die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg im Taunus e.V.  definiert – wie würden Sie Ihre Philosophie beschreiben?

Zum damaligen Zeitpunkt war unser Wissen über Asthma und COPD begrenzt. Ein erstes Ziel für die Gründungsmitglieder war es deshalb, möglichst viel über die Erkrankungen zu erfahren. Wir haben deshalb Kontakt zu Ärzten und Spezialisten aufgenommen und sie zu Vorträgen eingeladen. Fest steht: Nur wenn man die Mechanismen seiner Erkrankung besser kennt, kann man die Symptome einordnen, weiß wie man damit umzugehen hat und kommt zu einer besseren Akzeptanz seiner Erkrankung.

Ein weiteres Ziel für unsere Selbsthilfegruppe war es, unsere Mitglieder beim Umgang mit den Auswirkungen der damals gestarteten 1. Gesundheitsreform zu unterstützen. Mit der Reform wurden bestimmte Medikamente plötzlich vermehrt zuzahlungspflichtig oder wurden nicht mehr verordnet und Rehamaßnahmen wurden nicht mehr in gleichem Maße bewilligt. Unser Ziel war es zum einen, unsere Mitglieder auch hier auf dem neusten Stand zu halten, deshalb laden wir zu gesundheitspolitischen Themen regelmäßig Referenten ein und wir besichtigen auch Kliniken bzw. Rehaeinrichtungen. Zum anderen wollten wir uns mit anderen Patientenorganisationen innerhalb Deutschlands vernetzen und so auch gesundheitspolitisch Einfluss nehmen, z.B. im Hinblick auf die Zulassung von Medikamenten.  Dieses Ziel verfolgen wir übrigens auch mit unserer Öffentlichkeitsarbeit – z.B. beim "Tag der Selbsthilfe" im Frankfurter Römer oder beim Gesundheitstag in Kronberg.

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