Asthma Kaltluftkammer Belastungstest

Prof. Dr. med. Stefan Zielen, Leiter Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitäts-Klinikum Frankfurt der Goethe Universität

Asthma: Kaltluftkammer für Belastungstests bei kindlichem Asthma

Wie gehen Sie bei einem Belastungstest in der Kaltluftkammer konkret vor? Muss ein solcher Test mehrmals wiederholt werden oder erlaubt bereits ein einziger Testdurchlauf eine Diagnose? Wird der Test auch zur Therapieüberwachung eingesetzt?

Vor jeder unspezifischen Messung der bronchialen Reizempfindlichkeit, d.h. vor dem Methacholintest oder der Laufbelastung, erfolgt zuerst eine genaue Lungenfunktionsuntersuchung.

Mit der Lungenfunktionsuntersuchung will man sicherstellen, dass nur diejenigen Patienten belastet bzw. getestet werden, bei denen keine wesentliche Einschränkung der Lungenfunktion vorliegt. Bei einer Einschränkung der Lungenfunktion (FEV1 <75 Prozent) wird keine Belastungsuntersuchung durchgeführt, sondern ein bronchialer Reversibilitätstest, d.h. der Patient inhaliert 4 Hübe eines Bronchien erweiternden Sprays (Salbutamol 400 µg) und 15 Minuten später erfolgt eine erneute Lungenfunktionstestung. Eine Besserung des FEV! > 12,5 Prozent ist eine signifikante Besserung.

Ist die Lungenfunktionmessung nicht eingeschränkt (FEV > 75 Prozent) reicht  ein Belastungstest in der Kaltluftkammer aus, um die Diagnose Anstrengungsasthma sicher zu diagnostizieren.


Die Kaltluftkammer - neue Untersuchungsmethode für Asthmatiker, ein Bericht von Birgit Winkler, rheinmainTVDer eigentliche Lauftest in der Kaltluftkammer sieht so aus: Man beginnt mit einem ersten Laufdurchgang, bei dem der Patient das Tempo solange beschleunigt, bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz erreicht sind. Diese Belastung muss dann vier Minuten aufrecht erhalten werden. Im zweiten Teil des Tests erfolgt der Lungenfunktionstest, der vier Mal wiederholt wird – 5, 10, 20 und 30 Minuten nach dem Laufdurchgang. Der zentrale Messwert hierbei ist die sogenannte 1-Sekunden-Kapazität, d.h. wie hoch ist das Volumen dass in einer Sekunde pro Liter ausgeatmet wird.

Inwiefern die Kaltlaufbelastung auch zur Therapiekontrolle geeignet ist, müssen erst weitere Studien belegen.


Wie gehen die Ergebnisse der Belastungstests in die Therapie ein und welche Therapien könnten sich daraus ergeben? Ergeben sich auch hier Vorteile aus der Art des Testverfahrens?

Bei der Diagnose Anstrengungsasthma hängt die Therapie von der Schwere der Erkrankung ab und gerade zur exakten Diagnose dieses Schwergrades ist der Laufbandtest in der Kaltluftkammer die richtige Testmethode. Die Therapie teilt sich dann so auf:

  • Bei einem leichten Anstrengungsasthma kann man allein durch geeignetes Aufwärmtraining das Anstrengungsasthma verhindern.
  • Bei einem mittelschweren Anstrengungsasthma sind kurzwirksame ß2-Mimetika (Salbutamol) vor dem Sport indiziert.
  • Bei Kindern und Jugendlichen mit einem schweren Anstrengungsasthma ist eine regelmäßige vorbeugende Therapie mit Montelukkast oder inhalativen Steroiden notwendig.

Der Laufbandtest in der Kaltluftkammer ermöglicht uns aber auch ein sehr spannendes Projekt. Wir untersuchen zurzeit die Wirksamkeit pflanzlicher Öle als Schutz vor Anstrengungsasthma - hier spielt unter anderem die Omega-3-Fettsäure eine wesentliche Rolle. Erste Ergebnisse unserer Studie erwarten wir gegen Ende des Jahres.

Und die letzte Frage: Wie können Eltern vorgehen, wenn sie ihr Kind in Ihrer Kaltluftkammer testen lassen wollen?

Patienten können in unserer Spezialambulanz für Pädiatrische Allergologie und Pneumologie unter folgender Adresse/Telefonnummer einen Termin vereinbaren:

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (69) 6301-5732
e-mail: Susanne.Middelkamp@kgu.de

Herr Prof. Zielen, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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