Asthma bronchiale Therapie

Prof. Dr. med. Stefan Zielen von der Klinik Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main

Asthma Bronchiale – die Therapie wird individueller!

Alte und neue Therapiekonzepte – auf den Phänotyp kommt es an!

Aufgrund neuer Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Asthmaformen wird versucht die jeweilige Therapie dem Phänotyp entsprechend anzupassen. Mit Hilfe des Stufenmodells versucht man deshalb, für jeden Asthma Patienten die Therapie individuell so zu dosieren, dass die Therapieziele erreicht werden.

Die Basistherapie für die Stufen 1 bis 4 besteht in bronchienerweiternden Medikamenten, d.h. schnellwirkenden Beta-2-Sympathomimetika, abgekürzt RABA für Rapid Acting Beta 2 Agonist, und einem inhalativen Kortison, abgekürzt ICS für inhalative Kortikosteroide. Diese werden auch in Kombination eingesetzt, bei Bedarf durch lang wirksame Beta-2-Sympathomimetikum, abgekürzt LABA, ergänzt und je nach Bedarf dosiert.

Für die Therapiestufe 5 steht seit der Zulassung im Jahr 2006 ein neues Therapiekonzept zur Verfügung, der Wirkstoff Omalizumab, ein monoklonaler Anti-IgE-Antikörper, der bei allergievermitteltem Asthma sehr erfolgreich eingesetzt wird. "Omalizumab ist für Patienten mit einem allergiebedingten, sehr schweren Asthma ein enormer Fortschritt" betont Prof. Zielen, "in Deutschland werden aktuell ca. 2.000 Asthma-Patienten mit Omailzumab behandelt, in Amerika sind es ca. 80.000 Asthmatiker und man arbeitet an einer Verbesserung des Wirkstoffes!".

Nicht für alle Asthma Patienten erreicht man mit Omalizumab eine Verbesserung der Symptome. Gerade bei erwachsenen Asthma Patienten, deren Symptome nicht allergiebedingt auftreten, ist Omalizumab nicht wirksam. Die Ursache dafür könnte darin liegen, dass es sich bei diesen schweren Asthma-Fällen um einen anderen Phänotypen handelt.

Das sogenannte Eosinophile Asthma zeichnet sich durch erhöhte Entzündungswerte aus, d.h. man stellt bei diesen Patienten eine erhöhte Anzahl an Eosinophile fest, obwohl keine Allergie besteht.

Für diesen Asthma Phänotypus wurden neue Therapien entwickelt - Mepolizumab und Benralizumab - die ebenfalls auf monoklonaren Antikörpern basieren, dem sogenannten Anti-IL-5. Beide Antikörper (Mepolizumab und Benralizumab) blockieren den Wachstumsstoff IL-5 der Eosinophilen. Als Folge kommt es zu einem Absterben dieser Zellen und die Entzündung und der Schweregrad des Asthmas bessert sich dramatisch.

Eine weltweite Studie an Patienten mit schwerem Asthma, deren Ergebnisse 2013 veröffentlicht wurde und an der auch Mitglieder der Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg beteiligt waren, zeigte hervorragende Ergebnisse. Selbst bei relativ geringer Dosierung des neuen Antikörpers Mepolizumab gingen die Beschwerden der Studienteilnehmer massiv zurück und die Entzündungswerte sanken. "Aktuell führen wir eine weitere Studie zur Wirkung von Benralizumab mit schweren Asthmatikern durch, zu der wir noch Patienten zulassen können“ kündigte Prof. Zielen an“.

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