Asthma bronchiale Therapie

Prof. Dr. med. Stefan Zielen von der Klinik Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main

Asthma Bronchiale – die Therapie wird individueller!

Zu einem spannenden Vortrag zum Thema "Therapie des Asthma bronchiale - Alte und Neue Therapiekonzepte" lud am 11. Februar um 18.30 die Selbsthilfegruppe Asthma und Allergie Kronberg im Taunus. Vor einem kundigen Publikum gab der Referent Prof. Dr. med. Stefan Zielen von der Klinik Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, einen sehr ausführlichen und gut verständlichen Überblick über das Krankheitsbild Asthma bronchiale allgemein und über die Therapiefortschritte der letzten Jahre bzw. individuellere Therapien.

Volkskrankheit Asthma

Asthma bronchiale gehört zu den Volkskrankheiten – ca. 15 Prozent der Erwachsenen und ca. 7 bis 8 Prozent der Kinder sind von der Erkrankung betroffen. Damit gehört Asthma bronchiale zu den Erkrankungen, die auch eine erhebliche volkswirtschaftliche Relevanz haben, z.B. liegen die Kosten für einen Patienten mit einem mittel-schweren allergischem Asthma bei ca. 2.500 € im Jahr. Für Deutschland werden die durch Asthma bronchiale entstehenden Kosten für Therapie und Medikation mit ca. 3 Mrd. € pro Jahr beziffert.

Asthma ist nicht gleich Asthma – es gibt verschiedenen Phänotypen

Asthma bronchiale kann viele verschiedene Auslöser haben. So können Atemwegsinfekte oder Allergene bei manchen Asthmatikern zu Symptomen führen. Insbesondere bei Kindern ist auch körperliche Belastung ein häufiger Auslöser. Ebenso kommen Wetteränderungen, Luftverunreinigungen, z.B. durch Schwefeldioxid, bestimmte Nahrungsmittel, Additiva, d.h. Zusatzstoffe, oder Medikamente als Asthmaauslöser in Frage.

Dementsprechend unterscheidet man heute zwischen verschiedenen Asthma-Phänotypen, die auch nach unterschiedlichen Therapien verlangen, eine Sichtweise, die sich unter Fachleuten erst seit 2006 durchgesetzt hat. Zu den Phänotypen des Asthmas gehören das saisonale allergische Asthma, das perenniale allergische Asthma, das Infektasthma, gemischtförmiges Asthma, Anstrengungsasthma und "Cough Type" Asthma. Mittlerweile werden aber auch Faktoren wie Übergewicht, Reflux und Sinusitis oder psychischer Stress als wichtige Auslöser von Asthma diskutiert.

Nicht nur die Auslöser des Asthmas, sondern auch die Symptome und die Häufigkeit, mit der diese auftreten, unterscheiden sich von Patient zu Patient. Auch der Schweregrad der Symptome ist individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche Patienten haben kaum Beschwerden und können deshalb weitgehend auf Medikamente verzichten - man spricht dann von einem episodischem Asthma. Andere leiden trotz Medikation unter schweren Symptomen und benötigen eine regelmäßige inhalative Kortisontherapie, ein Umstand, dem man mit Hilfe der sogenannten Stufentherapie Rechnung trägt.

Asthma – welche Ziele hat die Therapie?

Prof Dr Stefan Zielen mein allergie portalUnabhängig von der Ausprägung des Asthmas bzw. dem Schwergrad versucht man in der Asthmatherapie idealerweise einen beschwerdefreien Zustand des Patienten zu erreichen. Konkret bedeutet dies, dass nur minimale oder gar keine Symptome auftreten sollten und dass nur ein minimaler Bedarf an Bedarfsmedikation bestehen sollte. Auch sollte es nicht zu alltäglichen Einschränkungen kommen, auch nicht bei körperlicher Belastung. Ziel der Asthmatherapie ist weiter, dass es kaum zu nächtlichem Erwachen und zu Exazerbationen, d.h. Verschlechterungen des Krankheitsbildes kommt und ebenso wenig zu Notfällen mit Klinikeinweisung.

Trotz aller Anstrengungen gibt es immer wieder Asthma Patienten, deren Therapiebedarf von den zur Verfügung stehenden Medikamenten nicht gedeckt werden kann und die trotz Medikation die Therapieziele nicht erreichen. "77 Prozent unserer Patienten mit schwerem Asthma leiden häufiger als einmal pro Woche an nächtlichem Erwachen mit erforderlicher Notfallmedikation, 78 Prozent unserer Patienten leiden tagsüber an Symptomen, die zumindest Beschwerden und Einschränkungen in den Aktivitäten hervorriefen und durchschnittlich kam es zu 2,6 klinisch relevanten Asthmaexazerbationen, d.h. Verschlechterungen pro Patient pro Jahr", erklärt Prof. Zielen, "das ist kein zufriedenstellendes Ergebnis!".

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