Asthma und Sport

Klaus Pleyer, Sportlicher Berater und Leiter Physikalische Therapie der Hochgebirgsklinik Davos

Asthma und Sport: Wie vermeidet man Fehler? Wie macht man’s richtig?

Motivation spielt beim Sport grundsätzlich eine große Rolle. Welche Verbesserungen sind bei Menschen mit allergischem Asthma durch Sport möglich?

Asthmatiker profitieren vom Sport in erster Linie dadurch, dass die körperliche Leistungsfähigkeit steigt und dadurch die Atmung reduziert wird. Damit ist er bei einer gewissen Belastung vor einem Asthmaanfall besser geschützt. Die Motivation regelmäßig Sport zu treiben liegt für Menschen mit allergischem Asthma also in der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Wie sollten Asthmatiker vorgehen, die niemals Sport betrieben haben?

Vor Trainingsbeginn sollte zunächst ermittelt werden, wie die körperliche Leistungsfähigkeit aktuell aussieht. Dafür kann man einen 6-Minuten-Gehtest oder einen Belastungsergometer-Test absolvieren. Erreicht ein an allergischem Asthma erkrankter, z.B. bei der 6-Minuten-Gehstrecke  ein Leistung von 350 m, sollte das eine Motivation sein, diesen Wert zu halten oder durch das Training sogar zu verbessern. Bringt ihn dieser Leistungsstand gut durch den Alltag muss das Training darauf ausgerichtet werden diesen Leistungsstand zu erhalten.  Ziel sollte sein, den individuell optimalen Leistungsstand so lange wie möglich und bis ins hohe Alter zu erhalten. Praktisch bringt das den Betroffenen ein beschwerdefreieres und fitteres Leben. Wie jeder andere auch kann man dann trotz des allergischen Asthmas schwere Einkaufstaschen tragen, Treppen steigen, Fahrrad fahren etc. und legt damit den Behindertenstatus ab.

Kann der Sport beim Allergischen Asthma auch dazu beitragen, dass man weniger Medikamente nehmen muss?

Das kann ich eigentlich nicht bestätigen und ich kenne keine Studie, die diesen Effekt nachgewiesen hätte – auch nicht im Hinblick auf eine Verbesserung der Lungenfunktion. Ziel des Sports sollte es auch nicht sein, die regelmäßig einzunehmenden Medikamente zu reduzieren. Was sich verbessert, ist die körperliche Leistungsfähigkeit, die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System und dadurch steigert sich das Wohlbefinden und man muss evtl. das Notfallspray seltener einsetzen.  

Wir empfehlen unseren Patienten sogar, vor den Trainingseinheiten eine sogenannte Prä-Medikation – vorausgesetzt der behandelnde Arzt hat dies nicht anders angeordnet. Damit ist der Patient für die nächsten Stunden vor einer Verengung der Atemwege geschützt.  

Wichtig ist es aber, dass die Prä-Medikation auch wirklich vor der sportlichen Leistung erfolgt, denn nur das verhindert eine Verengung der Atemwege während der Belastung. Dahingegen ist es nicht sinnvoll, zuerst mit dem Training zu beginnen und immer erst dann, wenn man merkt, dass die Atmung eng wird, zum Spray zu greifen. Es ist nicht sinnvoll, die Leistungsfähigkeit "hochzusprayen".

Sollte es während der Belastung zu einer Atemwegsverengung kommen, sollte man im Nachgang überlegen was die Ursache war. Mögliche Gründe könnten sein, dass die Aufwärmphase zu kurz war, oder die Belastung zu intensiv, dass die Halle – bei Hausstauballergikern - zu staubig war, oder dass – bei Pollenallergikern – im Freien eine Pollenexposition aufgetreten ist, die nicht gut getan hat.

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