Allergisches Asthma

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Klinikdirektor Universitäts-HNO-Klinik, Universitätsmedizin Mannheim

Allergisches Asthma: Genetik, Komorbiditäten, Karenzmaßnahmen

Allergisches Athma und Psyche

Eine Asthmaerkrankung kann aufgrund der damit einhergehenden körperlichen Beeinträchtigung eine starke psychische Belastung darstellen. Die eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit sowie das Auftreten von Erstickungsanfällen frustrieren die Patienten und fördern die Ausbildung von Angst und Depression. Ein akuter Asthmaanfall hat jedoch in den seltensten Fällen eine rein psychische Ursache.

Insgesamt wirken sich psychosoziale Belastungsfaktoren wie Stress, Angst und Depressivität negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Aus ihnen kann eine mangelnde Krankheitsakzeptanz oder Überängstlichkeit erwachsen, was wiederum die Compliance, und damit eine wirksame Behandlung, beeinträchtigt.

Es ist die Aufgabe des behandelnden Arztes, ängstliche oder depressive Einflüsse auf die Therapie-Compliance beim Patienten zu erkennen und gemeinsam mit ihm Behandlungsstrategien zu erarbeiten, die diesen entgegenwirken.

Allergisches Asthma – was ist zu beachten?

Ein wichtiger Faktor: Die Asthmamedikation sollte regelmäßig und nach Plan eingenommen werden. Eine regelmäßige Messung der Lungenfunktion mit dem Peakflowmeter erleichtern dem Patienten eine Beurteilung seiner Lungenfunktion und das Erkennen einer Befundverschlechterung. Bei zunehmenden asthmatischen Beschwerden sollte der Arzt frühzeitig aufgesucht werden.

Außerdem empfiehlt es sich, ein Notfallmanagement für das Auftreten eines Asthmaanfalles zu erarbeiten. Der Patient muss über den Gebrauch der für diesen Fall erforderlichen Medikation geschult sein. Die Notfallmedikamente sollten stets griffbereit sein. Auch die Telefonnummer des Notarztes bzw. die Notrufnummer für einen Transport ins nächste Krankenhaus sollten dem Patienten und seinen näheren Angehörigen bekannt sein. Ein festgelegtes Notfallschema hilft allen Beteiligten, Ruhe in eine angespannte Situation zu bringen und so das Aufkommen von Panik zu verhindern.

Ansonsten sollte natürlich der Kontakt zu möglichen Triggerfaktoren, die ein Asthma verschlechtern können, vermieden oder zumindest verringert werden, z.B. Allergenexposition, Zigarettenrauch.

Körperliches Training wirkt sich positiv auf die Asthma-Symptomatik aus. Sportliche Betätigungen sollten daher nicht vermieden sondern vielmehr gefördert werden.

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