Allergisches Asthma

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Klinikdirektor Universitäts-HNO-Klinik, Universitätsmedizin Mannheim

Allergisches Asthma: Genetik, Komorbiditäten, Karenzmaßnahmen

Allergisches Asthma – Refluxerkrankung

Untersuchungen belegen, dass sich durch die Behandlung eines symptomatischen gastroösophagealen Reflux bei Patienten mit mittelgradigem bis schwerem Asthma eine Besserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität erzielen läßt. Der Erfolg ist jedoch moderat und womöglich nicht klinisch relevant.

Für die Behandlung eines asymptomatischen Reflux (ohne Ösophagitis) gibt es daher bislang keine Empfehlung. Eine operative Behandlung sollte nur bei nachgewiesenem Zusammenhang zwischen einem schwergradigem Reflux und einem schlecht zu kontrollierenden Asthma erwogen werden, wenn medikamentöse Therapien des Reflux versagen.

Allergisches Asthma - Patientencompliance

Eine fehlende Krankheitseinsicht und Krankheitsakzeptanz sind oftmals der Grund für eine mangelnde Patientencompliance. Dabei kann eine Bagatellisierung der Symptome, in einer unzureichenden Einnahme der Medikamente resultieren.

In gleichem Maße schädlich können sich aber auch Depressivität und Angst auf die Compliance auswirken. Oft werden Medikamente aus Furcht vor Asthmaanfällen im Übermaß eingenommen, was wiederum das Auftreten von Nebenwirkungen fördert. Im umgekehrten Sinn werden Medikamente, vor allem Steroide, aus Furcht vor Nebenwirkungen abgelehnt.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die medikamentöse Therapie – insbesondere bei schwergradigen Formen des Asthma – oft recht aufwendig und komplex gestaltet. Soll ein Patient neben vielen anderen Medikamenten z.B. viermal am Tag seinen Inhaler anwenden, so kann es geschehen, dass dies gelegentlich mal vergessen wird.

Es ist die Aufgabe des behandelnden Arztes die Ängste und Zweifel des Patienten zu erkennen und zusammen mit dem Patienten an dessen Krankheitsverständnis zu arbeiten. Indem der Patient in den Therapieplan einbezogen wird, erlangt er eine größere Selbstbestimmung und Kontrolle über die Erkrankung, was sich positiv auf die Compliance auswirkt.

Allergisches Asthma – Komorbiditäten

Häufige Komorbiditäten bei Asthma bronchiale sind:

  • Atemwegsinfektionen, allergische Rhinitis
  • Gastroösophagealer Reflux
  • Übergewicht
  • Obstruktive Schlafapnoe
  • Psychopathologien
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Hormonelle und metabolische Dysregulationen

Die Zahl der Komorbiditäten ist groß, allerdings ist ihr pathophysiologischer Zusammenhang mit dem Asthma bronchiale leider noch unzureichend erforscht. Der schädliche Einfluss dieser Erkrankungen auf das Asthma ist zwar bekannt, jedoch herrscht Unklarheit darüber, ob ihre Behandlung die Asthmakontrolle verbessert oder, im umgekehrten Sinne, durch eine adäquate Asthmakontrolle das Auftreten der Komorbiditätenverringert wird. Aus diesem Grund existieren auch keine Empfehlungen in Bezug auf eine Prävention dieser Erkrankungen.

Insgesamt herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass vorliegende Komorbiditäten mitbehandelt werden sollten, um ihren schädlichen Einfluss auf ein bestehendes Asthma zu verringern. Insbesondere die Behandlung einer Übergewichtigkeit dürfte sich hierbei günstig auf Asthmasymptome auswirken, da eine Gewichtsreduktion die Lungenfunktion verbessert und das Risiko eines gastroösophagealen Refluxes und einer obstruktiven Schlafapnoe verringert.

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