Asthma COPD Rauchen

Prof. Dr. Heinrich Worth, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga zum Einfluß des Rauchens auf Asthma und COPD!

Asthma? COPD? Welchen Effekt hat das Rauchen auf die Erkrankungen?

Asthma und COPD gehören zu den Lungenerkrankungen von denen Viele betroffen sind. Beide Erkrankungen verursachen unangenehme und teilweise auch beängstigende Symptome und schränken die Lebensqualität der Betroffenen spürbar ein. Eigentlich steht außer Frage, dass Menschen, die Asthma oder COPD haben, nicht rauchen sollten, aber so einfach ist es nicht. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Heinrich Worth, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga über Asthma, COPD und welchen Effekt das Rauchen auf die Erkrankungen hat.  

Herr Prof. Worth, sowohl bei Asthma als auch bei COPD sollten Patienten auf das Rauchen verzichten, wie viele Patienten halten sich nicht an diesen Rat?

Die COPD gilt als Raucherkrankheit, das bedeutet mehr als 70 Prozent – und einige sagen mehr als 90 Prozent- der COPD-Patienten haben ihre Erkrankung durch das Zigarettenrauchen erworben. Rauchen ist die entscheidende Ursache für COPD und die Mehrzahl der COPD-Patienten raucht auch nach der Diagnose weiter.

Beim Asthma ist die Situation etwas anders, denn hier wissen wir nicht genau, ob Rauchen ursächlich für das Asthma ist. Man weiß jedoch, dass es beim Asthma durch das Rauchen zu akuten Verschlechterungen komme kann. Bei den Asthmatikern rechnet man mit einem Raucheranteil von ca. 30 Prozent, d.h. 30 Prozent der Menschen mit Asthma rauchen oder haben geraucht.

Welche Auswirkungen hat es auf Patienten mit Asthma oder COPD, wenn sie weiterhin rauchen?

exazerbationen copd erkennen behandelnDas Rauchen wirkt sich bei den Patienten mit Asthma und COPD insbesondere auf die Lungenfunktion aus. Bei Kindern und Jugendlichen entwickelt sich die Lungenfunktion und im Alter von ca. 25 Jahren erreicht ein gesunder Mensch seine besten Lungenfunktionswerte. Im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte verschlechtern sich diese Werte dann ganz langsam wieder. Bei Rauchern beschleunigt sich dieser Prozess allerdings. Raucher haben mit 50, 60, 70 Jahren oft bereits eine so schlechte Lungenfunktion, dass bereits bei geringster körperlicher Anstrengung oder gar in Ruhe Atemnot  auftritt. Das heißt, das Rauchen beschleunigt den jährlichen Abfall der Lungenfunktion.     

Aber: Wenn ein Mensch einige Jahre raucht und dann aufhört, verschlechtert sich die Lungenfunktion langsamer, als wenn er weiterrauchen würde.

Es ist also für Raucher mit Asthma oder COPD nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Es ist zwar nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören, insbesondere bei Asthma und COPD, aber man kann die normale Lungenfunktion nicht mehr zurückgewinnen. Das ist nur dann möglich, wenn man vor dem 30igsten Lebensjahr komplett mit dem Rauchen aufhört.

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