Allergie auf Ambrosia – Ragweed Allergie

Allgemein

Hohe Ambrosia-Allergikerzahlen im Ursprungsland USA

allergie auf graeserpollen ambrosiaAllergie auf Gräserpollen - Ambrosia oder Ragweed, Quelle ECARFAmbrosia artemisiifolia, auch Beifuß-Ambrosie oder Ragweed genannt, kommt aus den USA und gehört zu den Pflanzen, die nach Europa „eingewandert“ sind. Auch in Deutschland breitet Ambrosia sich aus, allerdings regional unterschiedlich. Genau Zahlen zur Verbreitung liegen nicht vor, denn nur wenige Bundesländer dokumentieren das Vorkommen der Pflanze systematisch.

Die Ambrosia blüht im August bis September, aber auch vorher und nachher können Betroffene Symptome zeigen.

Insgesamt handelt sich um eine sogenannte Soforttyp-Allergie, d.h., die Beschwerden treten schon kurze Zeit nach dem Kontakt auf.

In den USA gehört Ambrosia zu den häufigsten Allergenen und jüngste Studien in Deutschland haben gezeigt, dass auch hierzulande bereits Sensibilisierungen bestehen. So waren laut der DEGS-Studie (2013) bei 8,2 Prozent der 18 bis 79 jährigen Studienteilnehmer allergieauslösende Antikörper gegen Ambrosia nachweisbar. In der LIFE-Studie an älteren Leipziger Erwachsenen zeigte sich bei durchschnittlich 4 Prozent der Probanden eine Ambrosia-Sensibilisierung. Damit bestätigt sich die für Pollenallergien typische höhere Häufigkeit der Sensibilisierung bei jüngeren Menschen.

Ambrosia: Sensibilisierungsweg und Allergenität

Ambrosia Allergiker sensibilisieren sich über die Atemwege. Dabei kann es auch durch weit entfernt wachsende Pflanzen zu einer Sensibilisierung kommen, denn im Vergleich zu anderen Pollenarten sind Ambrosiapollen sehr klein und werden so durch den Wind über weite Strecken transportiert.

Die Sensibilisierung auf ein Allergen muss nicht unmittelbar dann auftreten, wenn es zu mehreren Allergenkontakten gekommen ist. Aufgrund der Erfahrungen anderer Länder mit Ambrosia ist bekannt, dass es bis zu 15 Jahre dauern kann, bis eine Ambrosia-Pollenbelastung zu einer messbaren Sensibilisierung in der betroffenen Bevölkerung führt. Zwischen einer Sensibilisierung und dem Auftreten von klinischen Beschwerden können dann wieder bis zu fünf Jahre vergehen. Allerdings können Ambrosiapollen bereits in geringerer Konzentration zu allergischen Reaktionen führen, als dies z.B. bei Birken- oder Gräserpollen der Fall ist.

Das bedeutet, dass es keinesfalls ein beruhigendes Zeichen ist, wenn es aktuell noch deutlich weniger Ambrosia Allergiker als z.B. Birkenpollen Allergiker gibt. Vielmehr steht zu befürchten, dass es in einigen Jahren zu einer massiven Allergiewelle durch Ambrosia kommen könnte. Allergologen sprechen sich deshalb dafür aus, nicht länger tatenlos zuzusehen und die Ausbreitung von Ambrosia konsequent zu stoppen.

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Symptome

Ambrosia-Allergiker leiden typischerweise an einem allergischen Schnupfen, d.h.

•    Nießreiz

•    Laufender Nase

•    Nasenjucken

einer allergischen Bindehautentzündung, d.h.

•    Geröteten Augen

•    Juckenden Augen

•    Tränenden, wässrigen Augen

und einem allergischem Asthma, d.h.

•    Atemnot  

•    Husten

•    Auswurf

•    Pfeifende Atemgeräusche (Giemen)

•    Atemnot

•    Beklemmungsgefühl in der Brust

Im Vergleich zu anderen Pollenallergien tritt das Asthma bei Ambrosia Allergikern deutlich früher und deutlich häufiger auf, denn aufgrund der geringen Größe können die Pollen sehr tief in die Atemwege eindringen.

Ambrosia: Weitere Sensibilisierungen und Kreuzreaktivitäten auf Nahrungsmittelallergene

Häufig haben Ambrosia Allergiker Sensibilisierungen auf weitere Atemwegsallergene, z.B. Birke, Gräser, Tierhaare oder Hausstaubmilbe. Am häufigsten findet man bei der Ambrosia Allergie eine gleichzeitige Sensibilisierung auf Beifuß, wahrscheinlich meist eine Kreuzreaktion mit Antikörpern gegen Beifußpollen.

Bei den Nahrungsmittelallergenen kommt es bei der Ambrosia Allergie häufig zu Sensibilisierungen auf Melone, Kürbis und Banane. Dabei scheint es sich häufig um eine Kreuzreaktion auf Profiline zu handeln und nicht immer kommt es zu klinischen Beschwerden beim Verzehr.

Diagnose

Neben der Anamnese kann die Diagnose einer Ambrosia Allergie mit einem Pricktest und einer Bestimmung von Antikörpern im Blut erstellt werden. Gleichzeitig sollte eine Untersuchung auf weitere Pollenallergene, insbesondere auf Beifuß, erfolgen.

Bei der Routinediagnostik der Ambrosia Allergie lässt sich oft nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich um eine primäre Sensibilisierung auf das Ambrosia Allergen oder um eine Kreuzreaktion bei Beifuß-Sensibilisierung handelt.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass Ambrosia im Rahmen von Allergietestungen nicht immer standardmäßig getestet wird, obwohl dies gerade bei der Ambrosia angezeigt wäre.      

Ist die Diagnose durch einen Allergologen sichergestellt, ist eine zusätzliche Lungenfunktionsdiagnostik empfehlenswert, da Ambrosia Allergiker ein höheres Asthmarisiko tragen.

Therapie

Je nach Symptomatik kommen für die Therapie der Ambrosia Allergie die folgenden Medikamente in Frage:

•    Antihistaminika als Augen- oder Nasentropfen

•    Antihistaminika als Tabletten

•    Kortisonpräparate als Nasen- oder Asthmaspray, selten als Tabletten

•    Antientzündliche Präparate

Gerade bei Ambrosia-Allergikern sollte möglichst früh im Krankheitsverlauf eine spezifische Immuntherapie (Allergieimpfung) erwogen werden.

Praktische Tipps

•   Die Ambrosia sollte konsequent und bundesweit flächendeckend bekämpft werden.

•   Pflanzen im eigenen Garten sollte man umgehend entfernen.

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