Erdnuss-Allergie

Allgemein

Eine Erdnuss Allergie gehört zu den allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Das Immunsystem reagiert dabei auf das die Allergene der Erdnuss, die eigentlich zu den Hülsenfrüchten gehört, Ara h1, Ara h 2, Ara h3 und Ara h 6 gelten als die Majorallergene der Erdnuss.

Bei der Allergie auf Erdnüsse handelt es sich um eine Allergie vom Soforttyp, eine Typ1 Allergie, denn die Symptome treten unmittelbar oder kurz nach dem Allergenkontakt auf.

Die Allergene der Erdnuss gelten als gefährliche Allergene. Allergische Reaktionen können bei manchen Betroffenen von geringsten Spuren des Erdnuss Allergens ausgelöst werden und sehr heftig ausfallen, bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Nahrungsmittelallergien, wie die Kuhmilchallergie, die Hühnereiallergie und die Weizenallergie treten häufig im Kleinkindalter auf und verlieren sich bis zum Alter von ca. 6 Jahren wieder. Im Gegensatz dazu bleibt die Allergie auf Erdnüsse vielfach auch im Erwachsenenalter bestehen.  Allerdings bildet auch einer von fünf Erdnuss-allergischen Patienten im Laufe des Lebens eine spontane Toleranz gegenüber Erdnuss aus.

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Symptome

Unmittelbar nach dem Kontakt mit den Allergenen der Erdnuss oder bis zu zwei Stunden danach kann es plötzlich zu Symptomen an verschiedenen Organen wie Haut, Atemwegen, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System kommen, die einzeln oder zusammen auftreten können und unterschiedlich stark ausgeprägt sein können:

Reaktionen an den Atemwegen

•    Atemnot

•    Husten

•    Pfeifende Atmung

•    Heiserkeit

Reaktionen an der Haut

•    Quaddeln

•    Juckreiz

•    Schwellungen

Reaktionen am Magen-Darm-Trakt

•    Übelkeit

•    Bauchschmerzen

•    Erbrechen

•    Durchfall

Reaktionen am Herz-Kreislauf-System

•    Schwindel

•    Blutdruckabfall

•    Bewusstlosigkeit

Treten nach dem Kontakt mit Erdnuss Allergenen bei einem Erdnuss Allergiker Symptome an zwei und mehr Organsystemen, insbesondere an den Atemwegen  auf, besteht die Gefahr einer anaphylaktische Reaktion. In diesem Fall ist sofort der Notarzt unter 112 zu verständigen. Hat man Zugriff auf einen Adrenalin-Autoinjektor sollte dieser sofort eingesetzt werden.

Selten stellt auch schon purer Hautkontakt mit Erdnuss oder die Inhalation von –Erdnussallergenen eine Gefahr für Erdnuss-allergische Patienten dar, da sie auch durch diesen Allergenkontakt bereits schwer reagieren, z.B. mit Atemnot.

Diagnose

Wenn es im Zusammenhang mit dem Kontakt zu Erdnüssen zu Symptomen kam, sollte eine zeitnahe Diagnose erfolgen. Bestätigt sich der Verdacht in der Anamnese, würde das Vorliegen einer Sensibilisierung auf ein Allergen der Erdnuss durch einen Prick-Test bzw. einen IgE-Test überprüft. Zur letztendlichen Absicherung wäre ein oraler Provokationstest möglich, der unter ärztlicher Überwachung möglichst in  einer Klinik stattfinden sollte.

Therapie

Die Therapie bei der Erdnuss Allergie besteht in der strikten Meidung des Allergens. Da ein ungewollter Kontakt mit Erdnuss Allergenen nicht völlig ausgeschlossen werden kann, ist das ständige Mitführen eines Notfallsets eine wichtige Maßnahme.

Ein Notfallset besteht aus den folgenden Bestandteilen:

•    Adrenalin­-Autoinjektor

•    Beta­-2-­Mimetikum

•    Antihistaminikum

•    Glukokortikosteroid

Zurzeit finden Studien zur Therapie der Erdnuss Allergie statt, bei denen Medikamente zur oralen Immuntherapie und zur epikutanen Immuntherapie untersucht werden. Ziel der Forschung ist es, die Reaktionsschwelle hochgradig allergischer Erdnussallergiker anzuheben.

Praktische Tipps

•    Kommt es im Zusammenhang mit dem Verzehr von Erdnüssen zu allergischen Reaktionen, sollte umgehend abgeklärt werden, ob tatsächlich eine Erdnuss Allergie vorliegt.

•    Zum besseren Umgang mit der Erkrankung empfiehlt sich eine Anaphylaxieschulung nach AGATE (http://www.anaphylaxieschulung.de/)  sowohl für den Patienten als auch für die Familie, Betreuer, Erzieher und Lehrer. Geschult werden in einer Anaphylaxieschulung z.B. die richtige Auswahl von Nahrungsmitteln, versteckte Quellen für Erdnussallergene und der richtige Umgang mit dem Adrenalin-Autoinjektor.

•    Insbesondere die Kenntnis versteckter Erdnuss-Kontaminationsquellen ist für Erdnussallergiker hochrelevant, zumal die Kennzeichnung „Kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ auf verpackten Lebensmitteln, bei denen Erdnüsse nicht ausdrücklich zu den Zutaten gehören, nicht verpflichtend ist.

Quellen

Margitta Worm,et. al., Leitlinie zum Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien, Allergo J Int 2015; 24: 256, http://www.dgaki.de/wp-content/uploads/2015/11/Leitlinie_Management_IgE-vermittelter_Nahrungsmittelallergien-S2k-LL_Allergo-Journal_korrigiert_12-2015.pdf

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