Fibromyalgie-Syndrom (FMS)

Allgemein

Das Fibromyalgie Syndrom (FMS) ist eine chronische Erkrankung, die viele Ursachen haben kann. Begünstigend wirken die folgenden Faktoren:

  • Ein anderes Familienmitglied leidet bereits unter dem Fibromyalgie Syndrom (FMS)
  • Es besteht eine genetische Disposition
  • Körperliche und sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend
  • Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen

Die folgenden Faktoren können ein Fibromyalgie Syndrom (FMS) auslösen:

  • Belastende Lebensereignisse
  • Psychischer und körperlicher Dauerstress

Die folgenden Faktoren können das Fibromyalgie Syndrom (FMS) verschlimmern:

  • Seelische Störungen (Ängste, Depressionen)
  • Unverständnis bzw. Überbehütung von Bezugspersonen

Die Datenlage ist widersprüchlich, ob Infektionskrankheiten, Unfälle oder Operationen ein Fibromyalgie Syndrom (FMS) auslösen können.

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Symptome

Die folgenden Symptome sind die Voraussetzung für die Diagnose Fibromyalgie Syndrom (FMS):  

  • Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, d.h. im Nacken, am oberen Rücken, am mittleren Rücken, im Kreuz, im Brustkorb oder im Bauch. Zusätzlich muss mindestens ein Schmerzort in beiden Armen und beiden Beinen bestehen. Chronisch sind Schmerzen dann, wenn sie mindestens drei Monate bestehen.
  • Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen
  • Unausgeschlafen sein am Morgen
  • Zunehmende körperliche und geistige Erschöpfung, z. B. Konzentrationsstörungen

Die folgenden Symptome werden von vielen Fibromyalgie-Patienten genannt:

  • Reizmagen
  • Reizdarm
  • Reizblase
  • Reizüberempfindlichkeit, z. B. Empfindlichkeit der Haut, Muskeln, Augen, sowie Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit
  • Seelische Beschwerden, wie z. B. Nervosität, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit, Antriebsverlust

Diagnose

Die Diagnose Fibromyalgie Syndrom (FMS) beruht auf:

  • Der Anamnese, d.h. einer gründlichen Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt
  • Dem Auftreten der für das Fibromyalgie Syndrom (FMS) typischen Symptome
  • Eine Medikamentenanamnese, d.h. es wird überprüft, ob der Patient Medikament einnimmt, die zu chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen führen können
  • Ausschluss einer körperlichen Erkrankung, welche zu chronischen Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit führen kann

Die Diagnose Fibromyalgie Syndrom (FMS) kann nicht aufgrund von Blutuntersuchungen oder Röntgenuntersuchungen gestellt werden.  

Bei typischen Beschwerden und unauffälligen Befunden bei der körperlichen Untersuchung und im Blut, kann die Diagnose durch den Hausarzt gestellt werden.

Bei Verdacht auf  körperliche Erkrankungen als Ursache oder Mitursache der Beschwerden, können folgende Fachärzte hinzugezogen werden:

  • Rheumatologe: Entzündliches Rheuma
  • Orthopäde: Fortgeschrittener Knochenverschleiß, Sehnenentzündung
  • Stoffwechselspezialist: Stoffwechselerkrankung (z. B. Schilddrüse oder Nebenschilddrüse)
  • Neurologe: Nervenentzündung

Therapie

Als chronische Erkrankung ist das Fibromyalgie Syndrom (FMS) nicht durch medizinische Maßnahmen heilbar. Die Behandlung soll auf den individuellen Patienten abgestimmt sein, wobei die Patienten selbst viel zur Linderung der Symptome beitragen können. Bei der Langzeit-Behandlung sind nicht-medikamentöse Therapien zu bevorzugen.

Die folgenden Therapien sind zur Behandlung des Fibromyalgie Syndrom (FMS) zu empfehlen:

  • Niedrig dosiertes Herzkreislauftraining
  • Beweglichkeits- und Dehnungsübungen (Funktionstraining)
  • Tai Chi, Qi-Gong
  • Niedrig dosiertes Krafttraining
  • Ganzkörperwärme, z. B. Biosauna, Infrarotkabine oder Thermalbad

In Bezug auf die möglicherweise zur Behandlung des Fibromyalgie Syndrom (FMS)einzusetzenden Medikamente sind die folgenden Informationen zu beachten:

  • Die eingesetzten Medikamente wirken auf Nervenbotenstoffe, die auch bei Depressionen und Ängsten von Bedeutung sind.
  • Auch wenn auf der Packung „Antidepressivum“ oder „Antiepileptikum“ steht, wirken einige dieser Medikamente auch gegen Fibromyalgie-Schmerzen
  • Bei der Auswahl der Medikamente sind die Hauptsymptome und Begleiterkrankungen des Patienten zu berücksichtigen. Daher sollte man sich unbedingt an einen Arzt wenden, der mit den Medikamenten Erfahrung hat und Ihre möglichen Begleiterkrankungen kennt.

Eine Psychotherapie ist bei begleitenden Depressionen oder Angststörungen sinnvoll. Ein mögliches komplementäres Behandlungsverfahren bei Fibromyalgie ist Akupunktur.

Hilfreiche Tipps

Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/041-004p_S3_Fibromyalgiesyndrom_2012-04.pdf

Fibromyalgie-Netzwerk Saarland http://www.fibronetz-saar.de

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