Allergie gegen Bienengift oder Wespengift

Allgemein

Eine Hautreaktion nach dem Stich einer Biene oder Wespe muss noch nicht bedeuten, dass eine Allergie vorliegt. Die meisten Menschen reagieren auf Bienengift oder Wespengift an der Einstichstelle mit einer Rötung und Schwellung der Haut.

Wenn jedoch die gesamte Haut oder andere Organsysteme, z.B. die Atemwege oder das Herz-Kreislaufsystem eine Reaktion zeigen, muss man von einer allergischen Reaktion ausgehen. Man spricht hier von einer systemischen Reaktion, also von einer Reaktion mit Symptomen, die nicht mehr mit der eigentlichen Einstichstelle in Zusammenhang stehen.

Eine allergische Reaktion kann erst dann auftreten, wenn zumindest einmal zuvor ein Kontakt mit dem Allergen aufgetreten ist. Erst dann hat eine Sensibilisierung gegen das auslösende Allergen stattgefunden und es lassen sich IgE-Antikörper im Blut nachweisen. Im schlimmsten Fall kann die allergische Reaktion zu einem Anaphylaktischen Schock führen, laut der Leitlinie „Diagnose und Therapie der Bienen und Wespengiftallergie“ werden Insektenstiche, insbesondere Wespenstiche, im deutschsprachigen Raum als die häufigsten Auslöser schwerer Anaphylaktischer Schockreaktionen bei Erwachsenen gemeldet.  

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Symptome

Die Symptome bei einer Bienengiftallergie oder Wespengiftallergie können vielfältig sein. Möglich sind:

  • Hautreaktionen (Schwellungen, Rötungen, Juckreiz)
  • Atemwegsbeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Anaphylaktischer Schock

Kommt es zu einem schweren Anaphylaktischen Schock kann es sogar zum Tode kommen.

Diagnose

Weist die Anamnese darauf hin, dass eine Allergie gegen Bienengift oder Wespengift vorliegt, wird man versuchen mit Hilfe von allergologischen Testverfahren das auslösende Allergen bzw. die relevante Allergen-Komponente zu ermitteln. Hier stehen Hauttests und Bluttests zur Verfügung.

Bei unklaren Testergebnissen kann es hilfreich sein, die Tests nach einiger Zeit zu wiederholen. Auch mit Hilfe von molekularer Allergiediagnostik lassen sich die genauere Ergebnisse erzielen.   

Ziel der Diagnose ist es, das Risiko des Betroffenen, einen Anaphylaktischen Schock zu erleiden, präzise einzuschätzen um entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Therapie

Auch bei der Allergie gegen Bienengift oder Wespengift wird die erste Maßnahme sein, einen Insektenstich zu vermeiden. Es gibt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, siehe praktische Tipps.

Allerdings ist es gerade im Sommer nicht immer einfach, diese Maßnahmen durchzuhalten und einen Stich von Biene oder Wespe völlig auszuschließen.

Liegt eine akute Stichverletzung vor und zeigen sich starke Hautschwellungen und  -rötungen, helfen kalte Umschläge sowie eine Creme oder ein Gel auf Glukokortikoid-Basis bzw. ein Antihistaminikum.

Besteht die Gefahr eines Anaphylaktischen Schocks ist es lebenswichtig, immer ein Notfallset mit sich zu führen. Dieses enthält unter anderem einen Adrenalinautoinjektor, der vom Patienten selbst angewendet werden kann. Im Zweifelsfall sollte immer ein Notarzt gerufen werden.

Praktische Tipps

  • Im Sommer auf Kleiderfarben verzichten, die von den Insekten mit Blütenfarben verwechselt werden könnten.
  • Aus dem gleichen Grund auf Parfüms etc. verzichten.
  • Nicht im freien essen und trinken.
  • Die Nähe von öffentlichen Mülleimern meiden.
  • Insektengitter an Fenstern und Türen anbringen.
  • Fenster und Türen möglichst geschlossen halten.
  • Nicht barfuß laufen, insbesondere nicht auf Blumenwiesen.
  • Insbesondere reifes Obst nicht offen, sondern besser im Kühlschrank aufbewahren.

Bilder

 

allergie auf bienengift fliegende bieneEine fliegende Biene, Quelle: ECARFBei einer Allergie gegen Bienengift sollte man Blumenwiesen in der Flugzeit der Bienen meiden!

 

 

 

 

 

 

 

 

allergie auf wespengift gallische feldwespe canossaDie gallische Feldwespe canossa, Quelle: ECARF

 Die Allergie gegen Wespengift ist häufiger als die Bienengiftallergie. Wespen findet man, insbesondere im Spätsommer, häufig in der Nähe von Abfalleimern.

 

 

 

 

 

 

 

 

allergie auf hummelgift wiesenhummelWiesenhummel, Quelle: ECARF

Auch gegen das Gift der Hummel kann man allergisch sein. Diese Form der Insektengiftallergie ist jedoch seltener als die Allergie auf Bienengift oder Wespengift. Einige Allergene der Hummel ähneln in ihrer Struktur den Allergnen der Biene.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen

Leitlinie „Diagnose und Therapie der Bienen und Wespengiftallergie“ der Deutschen Gesell-schaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umwelt¬medizin (GPA), der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI) und der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) Allergo, J 2011; 20: 318-39, www.dgaki.de

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