Hydrolysierte Nahrungen

Hydrolysierte Nahrungen werden bei Säuglingen eingesetzt, die eine Nahrungsmittelallergie haben. Es gibt drei Arten von Nahrungen: Extensiv Hydrolysate, Partiell Hydrolysate und reine Aminosäuregemische.

Zum Hintergrund: Das Kuhmilcheiweiß besteht wie alle Eiweiße aus einem Buchstabencode, der aus den Aminosäuren aufgebaut ist. Dieser Buchstabencode wird vom Immunsystem über eine gewisse Länge erkannt, vergleichbar mit dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Ist der Schlüssel komplementär zum Schloss, wird er erkannt und es kommt zu einer Immunreaktion, d.h. zu einem allergischen Geschehen.

Zur Herstellung der von Hydrolysaten nutzt man Proteasen, d.h. Enzyme, die dieses Eiweiß in kleine Teilstücke zerschneiden. Dadurch zerschneidet man auch die Erkennungsmuster und das Immunsystem kann die Muster im Eiweiß, an die es binden kann, nicht mehr erkennen. Eine Immunreaktion bzw. eine allergische Reaktion bleibt deshalb aus.

Im Unterschied zu den Extensiv Hydrolysaten wird bei den Partiell Hydrolysaten nur bei gewissen Aminosäuren ein Schnitt gesetzt, deshalb sind die Bruchstücke der Aminosäureketten länger.

Weiter gibt es Nahrungen, die aus Aminosäuregemischen bestehen und keinerlei Eiweiß mehr enthalten. Eine allergische Reaktion des Immunsystems ist hier ausgeschlossen. Deshalb sind diese Nahrungen aus Aminosäuregemischen bei schwerer Kuhmilchallergie im Säuglingsalter das Mittel der Wahl.

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