Spezifische Immuntherapie (SIT)

Unter Spezifische Immuntherapie (SIT) oder auch Hyposensibilisierung, versteht man eine Therapie, die auf der langsamen Immunisierung gegen ein bestimmtes oder mehrere Allergene basiert. Das Ziel der Behandlung ist es, eine allergische Reaktion zukünftig zu vermeiden. Durch die permanente Konfrontation des Immunsystems mit dem Allergen wird eine Gewöhnung erreicht, so dass der Kontakt mit dem Allergen nicht mehr zu allergischen Reaktionen führt. Man bezeichnet die Therapie deshalb auch als Allergieimpfung.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die genaue Diagnose. Nur wenn das auslösende Allergen konkret ermittelt wurde lässt sich auch konkret dagegen desensibilisieren. Dies ist mit Hilfe der molekularen Allergiediagnostik möglich.

Möglich ist die Spezifische Immuntherapie (SIT) bei:

Die Behandlung kann subkutan (unter die Haut) oder sublingual (unter die Zunge) erfolgen.

Man beginnt mit einer sehr geringen Dosis des Allergens und steigert diese bis zu einer gewissen Höchstmenge. In der Regel wird die Therapie in wöchentlichen, später in monatlichen Abständen über drei bis fünf Jahre durchgeführt.

Bei risikoreichen Konstellationen, wie z.B. bei der Insektengiftallergie, kann die Erstbehandlung auch stationär erfolgen. Dann wird dem Patienten das auslösende Allergen in zunehmender Dosis subkutan und innerhalb von drei bis fünf Tagen zugeführt.

Die Spezifische Immuntherapie (SIT) wirkt langfristig und kann bis zu 16 Jahren anhalten. Die Erfolgsquote liegt bei 85 Prozent. In Fällen, wo es trotz erfolgter SIT erneut zu einer allergischen Reaktion kommt,  sollte man erwägen, die SIT zu wiederholen.

Im Zuge der Therapie kann es zu leichteren allergischen Reaktionen kommen, auch im Nachgang der Behandlung. Es ist deshalb eine wichtige Maßnahme, dass die Patienten im Anschluss an die Behandlung eine gewisse Zeit in der Arztpraxis bleiben um eventuelle allergische Reaktionen rechtzeitig behandeln zu können. Wird die Behandlung von vornherein als risikoreich eingestuft, erfolgt die Ersttherapie grundsätzlich stationär.

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