Allergische Konjunktivitis, Bindehautentzündung

Prof. Dr. med. Gerd Geerling, Leiter der Augenklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD).

Allergische Konjunktivitis: Was bedeutet „allergische Bindehautentzündung“?

Kommt es eigentlich immer dann zu einer allergischen Konjunktivitis wenn eine allergische Rhinitis besteht?

Nicht immer treten die allergische Konjunktivitis und die allergische Rhinitis zusammen auf. Es kommt nur in ca. 50 Prozent der Fälle zu einem gemeinsamen Auftreten der beiden Erkrankungen. Man spricht dann von einer allergischen Rhinokonjunktivitis. Dabei wird die Beeinträchtigung durch die Konjunktivitis von den Patienten oft als deutlich stärker einschränkend bewertet als durch die Rhinitis.

Kann es auch ohne Rhinitis zu einer allergischen Konjunktivitis kommen?

Ja, es ist möglich, eine allergische Konjunktivitis zu haben, ohne dass gleichzeitig eine allergische Rhinitis besteht. Allerdings haben die Patienten dann häufig den subjektiven Eindruck, auch an einer Rhinitis zu leiden, weil die auf Grund der Allergie vermehrt produzierten Tränen in die Nase ablaufen.

Der Patient stellt also fest, dass seine Nase "läuft", aber der Grund dafür ist nicht eine allergische Rhinitis, sondern eine allergische Konjunktivitis. Das Problem liegt dann also möglicherweise primär an den Augen.

Kann es auch bei Nahrungsmittelallergien zu einer allergischen Konjunktivitis kommen?

Wir sehen meist schwer atopische Patienten mit multiplen Allergien, deshalb lässt sich der Auslöser der allergischen Konjunktivitis oft kaum zuordnen.

Wie erfolgt die Diagnose bei der allergischen Konjunktivitis?

Die Diagnose der allergischen Konjunktivitis erfolgt zunächst klinisch, d.h. durch eine Untersuchung des Auges mit dem Spaltlampen-Mikroskop. Dabei zeigen sich in der Regel klassische Anzeichen einer allergischen Konjunktivitis.

In sehr speziellen Fällen, wenn die Allergie nicht eindeutig nachweisbar ist und meist im Rahmen von Studien, würde man versuchen, spezielle Entzündungsmarker im Tränenfilm nachzuweisen – also IgE-Antikörper in der Tränenflüssigkeit. In sehr, sehr seltenen Fällen kann dieser Nachweis auch über eine Biopsie erfolgen.

Heute kann man in spezialisierten Zentren auch eine sogenannte optische Biopsie durchführen. Mittels konfokaler Mikroskopie lassen sich Hornhaut oder Oberflächengewebe des Auges untersuchen und Entzündungszellen nachweisen. Die konfokale Mikroskopie liefert Ergebnisse, die denen einer regulären Biopsie zwar noch nicht völlig entsprechen, aber doch sehr nahe kommen können. Auch hier handelt es sich jedoch um eine Untersuchungsmethode, die man eher im Rahmen von Studien und in ganz speziellen Fällen einsetzt.

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