Hyposensibilisierung Pferdeallergie Curly Horse

Dr. Wolfgang Mitlehner, Arzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Betreuung von Pferdeallergikern in Klappholz

Pferdeallergie: Hyposensibilisierung durch Reiten von Curly Horses?

Welche Testergebnisse zeigten sich bei den Pferdeallergikern nach dem Kontakt mit Curly Horses?

Bei 37 der 40 Patienten zeigten sich keine signifikanten  Reaktionen, weder an den unteren noch an den oberen Atemwegen. Das bedeutet, es kam zwar bei manchen pferdeallergischen Patienten  zu allergischen Reaktionen, diese waren jedoch nicht „signifikant“, d.h. bei der Peak flow-Messung blieb der Abfall unter oder bei maximal 20 Prozent und beim FEV1 unter oder maximal bei 15 Prozent.

Nur bei 3 der 40 Patienten zeigte sich zu Beginn ein signifikanter Abfall des Peak Flows bzw. des FEV1. Dies konnte durch eine einmalige Inhalation mit Salbutamol aufgefangen werden. Außerdem wiederholte sich der Vorfall bei diesen Patienten nicht, trotz des weiterhin andauernden regelmäßigen Kontakts mit den Curly Horses. Im Gegenteil zeigte sich, dass die leichten allergischen Reaktionen sogar völlig aufhörten. Drei  dieser Patienten reitet heute sogar wieder „normale“ Pferde.

Im nächsten Schritt haben wir die Dauer der Allergenexposition der Pferdeallergiker, d.h. die Anzahl der Reitstunden mit Curly Horses, und die Abweichung der Testergebnisse jeweils vor und während der Studie korreliert.

Was haben Sie dabei festgestellt?

Festgestellt haben wir das Folgende: Je länger die pferdeallergischen Reiter die Curly Horse ritten, umso weniger fiel im Test der Peakflow ab. Bereits nach 10 Reitstunden konnten wir bei den Studienteilnehmern durchschnittlich  keinerlei allergischen Reaktionen mehr auf Curly Horses feststellen und nach 40 Reitstunden mit Curly Horses reagierten die Pferdeallergiker auch nicht mehr auf normale Pferde. Die Curly Horses hatten also womöglich eine desensibilisierende Wirkung.

Das heißt, man könnte die Curly Horses bei pferdeallergischen Reitern quasi therapeutisch einsetzen, an Stelle der Hyposensibilisierung auf Pferdeallergene?

Genau diese Fragestellung überprüfen wir gerade in unserer aktuellen Studie, die bereits seit einem Jahr läuft. Wir wollen überprüfen, ob es möglich ist, bei pferdeallergischen Reitern durch einen dreijährigen reiterlichen Kontakt mit reinrassigen ABCR-Curly Horses, eine Toleranzinduktion zu erzielen.  

Die Frage ist, lassen sich Pferdeallergie-Symptome wie Asthma bronchiale, Rhinokonjunktivitis oder Ekzeme durch den regelmäßigen und längeren Kontakt mit Curly Horses reduzieren oder ganz zum Verschwinden bringen. Und: Kann es gelingen, dass die Pferdeallergiker nach dieser dreijährigen Kontaktphase mit ausschließlich Curly Horses auch anderen Pferden gegenüber allergentolerant werden?

Im gesamten Studienzeitraum werden die klinischen Symptome der pferdeallergischen Patienten, sowie die Nasen-und Lungenfunktion, überwacht. Die Studie wird an 25 Patienten durchgeführt, davon sind 16 in der  Verum- und 9 in der Plazebo-Gruppe.

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