Allergie auf Kleintiere

Dr. Maud-Bettina Hilka, HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Allergien auf Kleintiere: Wie allergen sind Ratten, Mäuse, Hamster & Co.?

Bei den Ratten befindet sich das Allergen aber vornehmlich im Urin?

Das Allergen bei Ratten ist im Urin, im Serum und im Speichel zu finden, im Urin ist die Konzentration am stärksten. Dies gilt übrigens auch für Mäuse. Bei beiden Tieren werden die allergenen Proteine in der Leber gebildet und werden unter Stress verstärkt ausgeschüttet. Das kommt in einem Versuchslabor natürlich verstärkend hinzu und hat auch einen Einfluss auf die Höhe der Aeroallergenkonzentration im Labor. Aber wie gesagt sind auch Rasse, Geschlecht und Alter der Tiere wichtige Einflussfaktoren. Hinzu kommen Umweltbedingungen wie Haltung, Luftfeuchtigkeit, Ventilation etc..

Die Symptome bei den Allergien auf Kleintiere treten wahrscheinlich hauptsächlich an den Atemwegen auf oder können sie auch an der Haut auftreten?

In erster Linie sind die Atemwege betroffen. Es gibt eine Untersuchung der Berufsgenossenschaft der zufolge das durch Tierallergene hervorgerufene Asthma bronchiale eine der häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit ist. An erster Stelle steht hier das Bäckerasthma, aber an zweiter Stelle kommen gleich die Allergien auf Labortiere.

Zu den Symptomen an der Haut kann man sagen, dass sie eher untergeordnet sind. Zu Hautreaktionen kommt es eher durch das Tragen der Laborhandschuhe und das feuchte Klima in den Handschuhen, als durch Allergene im Büro.

Ähneln die Symptome dann einem Heuschnupfen?

Häufig zeigen sich die Symptome einer Tierhaarallergie durch eine Keratokonjunktivitis, d.h. mit Jucken und Kratzen am Auge und einer laufenden Nase. Es kann allerdings, gerade bei den Allergien auf Labortiere, bis zu drei Jahren dauern, bis die Entzündungskaskade in Bewegung kommt und erste Symptome auftauchen. Leider kann es gerade dann, wenn man glaubt die Allergieausprägung sei nicht so gravierend, zu einem Asthma kommen und dadurch zur Berufsunfähigkeit. Der Arzt muss dies dann der Berufsgenossenschaft anzeigen und der Patient muss umschulen.

Wurde die Allergie durch ein Haustier ausgelöst, bleibt dann leider nur, es abzuschaffen. Die Allergene halten sich aber sehr lange im Wohnraum, auch wenn das Tier längst weg ist, und ganz besonders langlebig ist das Allergen der Katze Fel d 1. Deshalb ist es mit dem „Abschaffen“ alleine oft nicht getan und eine gründliche Sanierung ist dringend erforderlich. Oft höre ich von meinen Patienten, dass es ihnen erheblich besser geht, seitdem sie das Haustier wegegeben haben.

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