Tierhaarallergie

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West

Tierhaarallergie: Risikofaktoren, Allergenität der Tiere und Behandlung

Zurück zum Beispiel Katzenhaarallergie: Durch die Allergieimpfung kommt es für denjenigen, der ein Katze als Haustier hat und auch die Allergieimpfung durchführt, zu einer recht hohen Dosis an Katzenallergenen…

Bei der Allergieimpfung von Katzenallergikern, die eine Katze zu Hause haben stellt sich immer die Frage, ob die Allergenmenge in der Summe tatsächlich eine Immuntoleranz bewirkt. Zum einen steht die These im Raum, dass sich der Patient durch die Katze, mit der er lebt, selbst desensibilisiert, und de facto ist das auch oft der Fall, aber in objektive Daten lässt sich diese Konstellation nicht fassen.

Es ist ausgesprochen schwierig, die Allergenkonzentration in einem "Katzenhaushalt" zu ermitteln. In San Antonio gibt es eine Forschungsgruppe, die auch Provokationskammern betreibt und versucht hat, die Allergenkonzentration in Katzenhaushalten zu messen und dieses Allergenklima dann in ihren Provokationskammern zu reproduzieren, was aber nicht gelang.

Aber der Tierbesitzer kann seine Katze auch während der Allergieimpfung behalten?

Man empfiehlt Katzenallergikern noch immer, die Katze wegzugeben, aber eigentlich kommt man davon immer mehr weg, weil es im Falle der Katze einfach nichts bringt, außer psychischen Belastungen für die Katzenhalter. Das Problem bei der Katze ist, dass es mindestens ein Jahr dauert, bis man überhaupt eine nennenswerte Reduktion der Allergenbelastung in der Wohnung feststellen kann. Gleichzeitig ist der Katzenallergiker im öffentlichen Bereich aber weiterhin überall mit Katzenallergenen konfrontiert, denn die Katze ist das meistgehaltene Haustier. Egal ob in öffentlichen Gebäuden, vor allem in Schulen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kino, die Allergenbelastung mit Katzenallergenen ist so hoch, dass eine Allergenkarenz, d.h. eine völlige Meidung des Allergens, gar nicht möglich ist.

Um eine katzenallergenfreie Umgebung zu erreichen, müsste man ein Haus neu bauen, denn bei einem Umzug könnte man ja auch an eine Wohnung geraten, in der zuvor eine Katze gelebt hat. Auch für Lehrer ist es völlig unmöglich, Katzenallergene zu meiden, irgendein Schüler lebt immer in einem Katzenhaushalt. Da eine Meidung von Katzenallergenen unmöglich ist, ist eine Allergieimpfung sehr sinnvoll.

Kann man sich denn, wenn man z.B. eine Katzenallergie hat, ein Meerschweinchen anschaffen, oder muss man dann damit rechnen, dass man dann auch darauf eine Allergie entwickelt?

Die felltragenden Tiere haben relativ viele kreuzreaktive Allergene, die sich bei allen Fellträgern finden. Wenn ein Patient eine klinisch manifeste Katzenallergie hat, d.h. er zeigt eine Sensibilisierung auf kreuzreaktive Katzenallergene im Allergietest und hat auch Symptome, besteht das Risiko, dass er auch auf andere felltragende Tiere, z.B. auf Hunde oder Meerschweinchen, eine Allergie entwickelt. Verantwortlich dafür sind primär die Serumalbumine und die Lipocaline, die alle felltragenden Tiere haben.

Anders sieht es aus, wenn der Allergietest zwar eine positive Sensibilisierung z.B. auf Katze, zeigt, der Betreffende jedoch nie klinische Symptome entwickelt hat. In diesem Fall besteht eine Toleranz gegen das Allergen.

Frau Dr. Zieglmayer, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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