Tierhaarallergie

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West

Tierhaarallergie: Risikofaktoren, Allergenität der Tiere und Behandlung

Gibt es Personengruppen, die ganz besonders häufig von Tierhaarallergien betroffen sind?

Die genetische Disposition spielt in Bezug auf das Risiko, eine Tierhaarallergie zu entwickeln, eine große Rolle. Das sind oft Kinder aus Atopiker- oderAllergikerfamilien. Atopiker werden mit einer genetisch bedingten Neigung zur Allergie geboren und haben einen oft stark erhöhten Gesamt IgE-Spiegel.. Unter einer intermittierenden Exposition, d.h. bei nur gelegentlichem Kontakt mit dem Allergen, entwickeln diese Menschen eher eine Allergie.

Ein weiteres Risiko für das Entstehen einer Tierhaarallergie sind bestehende Allergien, denn Tierhaarallergien sind sekundäre Allergien. Eine Tierhaarallergie entwickelt man nicht als erste Allergie, sondern immer in Folge einer primären Allergie. Gerade Kinder entwickeln häufig zunächst eine Nahrungsmittelallergie oder eine Hausstaubmilbenallergie. Dabei ist die Hausstaubmilbenallergie die dominanteste Allergie. Zu diesen primären Allergien kommt die Tierhaarallergie als sekundäre Allergie noch hinzu.

Bei den Nahrungsmittelallergien muss man aber immer zunächst die Frage stellen, ob es sich tatsächlich um eine allergisch bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt. Bei den allerwenigsten Kindern liegt eine IgE-vermittelte Reaktion vor, d.h. ein echte Allergie, vor. Aber selbst wenn die Kinder eine echte Nahrungsmittelallergie haben, folgt darauf nicht unmittelbar die Tierhaarallergie. Kinder mit einer echten Nahrungsmittelallergie entwickeln oft im Kleinkindalter zusätzlich Hausstaubmilbenallergie oder, ab dem Kindergartenalter, eine Pollenallergie und dann erst kommt die Tierhaarallergie sekundär hinzu. Kinder mit einer echten Nahrungsmittelallergie sind deshalb nicht a priori gefährdet, eine Tierhaarallergie zu entwickeln, auch wenn im Haushalt eine Katze lebt.

Gibt es Berufe, bei denen das Risiko, eine Tierhaarallergie zu entwickeln, erhöht ist?

Wenn keine atopische Diathese besteht, d.h. wenn keine Allergieneigung besteht, ist das Risiko eine Tierhaarallergie zu entwickeln, nur weil man z.B. in einem Zoogeschäft arbeitet, nicht erhöht.

Besteht hingegen eine genetische Disposition, birgt die Exposition ein gewisses Risiko. Hier gilt auch wieder, dass das Risiko durch den Kontakt mit Katzen deutlich höher ist als bei anderen Tieren. Ein Mensch, der bis ins Erwachsenenalter keinerlei Allergien hatte, wird aber kaum durch die Tätigkeit im Zoogeschäft eine Tierhaarallergie entwickeln. Eine Tierhaarallergie entsteht nicht plötzlich im Erwachsenenalter, ohne vorherige Krankengeschichte.

An welchen Symptomen erkennt man eine Tierhaarallergie, bzw. wie unterscheiden sich die Symptome nach Tierart?

Die Symptome einer Tierhaarallergie sind die typischen Symptome einer inhalativen Allergie, d.h. einer Typ-I-Allergie. Die Symptome äußern sich durch Naselaufen, Augenjucken, Husten etc. bis hin zum Asthma. Asthma ist das gravierendste Symptom das im Zusammenhang mit einer Tierhaarallergie möglich ist. Mit anaphylaktischen Reaktionen ist bei einer Inhalationsallergie nicht zu rechnen. 

Jede Tierart hat eine hohe Zahl von Allergenen, die alle eine sehr kleine Partikelgröße haben können. Z.B. ist die Größe eines Hautschüppchens zunächst einmal im sichtbaren Bereich. Mit dem Trocknen zerbröselt es jedoch in ganz kleine Partikel und diese können wiederum tief inhaliert werden, d.h. sie dringen relativ weit in die Atemwege ein und lösen so Beschwerden aus.

Alle genannten Symptome können bei allen Arten von Tierhaarallergien auftreten. Die Tierart, gegen die man allergisch ist, spielt für die Symptome keine Rolle.

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