Allergisch auf die Katze

Facharzt für Lungenheilkunde Norbert Mülleneisen, Leverkusen

Allergisch auf die eigene Katze? Was tun?

Mit ca. 8 Millionen sind Katzen der Deutschen beliebtestes Haustier, und das Verhältnis von "Katzenmenschen" zu ihren Stubentigern ist ein ganz spezielles. Wenn sich dann herausstellt dass eine Allergie gegen die eigene  Katze besteht, ist das für die Besitzer meist eine mittlere Katastrophe. Viele wollen sich unter keinen Umständen von ihren Lieblingen trennen und suchen händeringend nach Möglichkeiten, ihre Beschwerden trotz Katze loszuwerden. MeinAllergiePortal sprach mit dem Facharzt für Lungenheilkunde Norbert Mülleneisen, Leverkusen, darüber, welche Therapiemöglichkeiten es bei Katzenhaarallergie gibt.

Herr Mülleneisen, wie äußert sich eine Katzenallergie?

Eine Katzenallergie äußert sich ähnlich wie ein Heuschnupfen. Die Nase läuft, man muss nießen, die Augen sind gerötet, sie jucken und tränen. Und häufiger als bei anderen Allergenen kommt es zu Asthma mit anfallsweiser Luftnot bei Kontakt zu Katze.

Worauf ist ein Mensch allergisch, der eine Allergie gegen Katzen hat?

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass die Haare der Katze der Auslöser ihrer Allergie sind, wahrscheinlich deshalb, weil man sie sehr deutlich sieht. Tatsächlich reagieren Katzen-Allergiker jedoch, wie übrigens alle Menschen mit Allergien, auf ein Protein, also ein Eiweiß (Fel d 1). Der Speichel der Katze, aber auch der Urin und das Sekret der Hautdrüsen (Tränen-, Talg und Analdrüsen) enthält dieses Protein. Putzt sich die Katze oder nutzt sie das Katzenklo und die Flüssigkeiten trocken, verteilt sich das Protein über die Luft in der gesamten Wohnung und für den Allergiker gibt es kein Entrinnen. Deshalb ändert sich auch erst mal nichts an den Allergiesymptomen, wenn ein Katzenbesitzer sich tatsächlich entschließt, sein Tier abzugeben. Das Allergen bleibt noch monatelang in der Wohnung. Das Hauptproblem für den Allergiker ist, dass der Staub lange in der Luft schwebt und schon beim Betreten eines Raumes, in dem mal eine Katze war, aufgewirbelt und eingeatmet werden kann.

Allerdings macht das Allergen Fel d 1 an der Wohnungstür nicht halt. Das Allergen ist sehr klein, heftet sich an Haare und Kleidung der Menschen, die mit der Katze leben, und kommt so überall hin. Deshalb findet man das Katzenallergen auch in öffentlichen Gebäuden, im öffentlichen Nahverkehr, in Schulen und Kindergärten, überall, wo Menschen zusammen kommen. Es kommt sogar vor dass, Lehrer mit Katzenallergie allergisch reagieren, weil ein Schüler in der Klasse zuhause eine Katze hat.

Übrigens gelten diese Aussagen nicht nur für Hauskatzen, alle Katzen, auch Raubkatzen produzieren dieses Allergen. Katzenallergiker sollten deshalb auch Zoos und den Zirkus meiden.

Oft liest man von speziellen Katzenrassen, die "hypoallergen" sind. Wäre das eine Option, zumindest für all jene, die sich trotz diagnostizierter Katzenallergie ein Tier neu anschaffen wollen?

Nein, die Firma, die an einer hypoallergenen Katze "gearbeitet" hat, ist meines Wissens pleite. Es gibt Kater, die mehr Allergen produzieren als Katzen, kastrierte Katzen produzieren weniger Allergen als unkastrierte Katzen. Aber die Rasse spielt keine Rolle, sonst hätte man ja auch nicht im Zoo oder Zirkus das gleiche Problem.

Lässt sich eine Katzenallergie heilen?

Im Internet gibt es sehr viele Diskussionen zu diesem Thema. Dort werden auch in der Tat Ratschläge erteilt, wie man eine Katzenallergie heilen kann. Diskutiert werden alle möglichen Methoden, von Akupunktur über Eigenbluttherapie zu Kinesiologie etc., aber Allergien lassen sich nicht heilen und dies gilt auch für die Katzenallergie.

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