Allergie Pferd Curly Horse

Dr. Wolfgang Mitlehner, Arzt für innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde und Allergologie in Klappholz

Pferdeallergie: Sind Curly Horses eine Alternative für allergische Reiter?

Was versteht man unter  "Curly Horses" ? Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Curly Horses und "normalen" Pferden?

Curly Horses sind Robustpferde und besonders unempfindlich gegen Hitze und Kälte. Die Tiere haben auch sehr widerstandsfähige Hufe und benötigen keine Hufeisen. Ihr Winterfell ist mehr oder weniger gelockt, man nennt sie deshalb auch "Pferd im Schafspelz", und sie riechen auch nicht wie "normale" Pferde. Außerdem sind Curly Horses sehr unkompliziert und gutmütig und eignen sich deshalb gut für Kinder.  

Curly Horse mein allergie portalCurly Horse-Fuchsstute Es gibt Vermutungen über eine Abstammung der Curly Horses aus russischen Quellen. Der Name American Bashkir Curly Horse ist entstanden, weil man in den 30er Jahren glaubte, dass diese Pferde in Urzeiten aus Russland über die Alaskabrücke nach Amerika eingewandert seien. Deshalb wurden diese Pferde „bashkirische Pferde“ genannt. Diese Theorie hat sich als falsch herausgestellt – der Name ist jedoch geblieben.

Andere Theorien besagen, dass die Curly Horses von südamerikanischen bzw. spanischen Rassen oder auch von indigenen nordamerikanischen Rassen abstammten. Der genaue Ursprung der Curly Horses ist nicht bekannt - die ältesten Abbildungen von Curly Horses findet man in Malereien von Sioux Indianern aus dem Jahr 1801.

Wichtig zu erwähnen ist es, dass die wichtigste Zucht, aus der auch unsere Curlies stammen, die der Damele Pferde ist. Die Zucht wurde in den 30er Jahren in Nevada begonnen, weil die Curly Pferde extreme Temperaturen aushielten – die Zucht gibt es noch heute. 

Sie wollen untersuchen, warum Pferdeallergiker auf Curly Horses keine allergischen Reaktionen zeigen. Wie sind Sie bei Ihrer Vorphasen-Teststudie vorgegangen?

Zunächst haben wir unsere Testpersonen, 10 Pferdeallergiker, die aufgrund ihrer Pferdeallergie den Reitsport aufgeben mussten, einem Lungenfunktionstest unterzogen. Dies wurde mit Hilfe einer Spirometrie, einem einfachen Lungenfunktionstest oder mit einer Ganzkörperplethysmographie, einem Lungenfunktionstest in einer abgeschlossenen Kabine mit dem man mitarbeitsunabhängig, d.h. ohne aktive Mitarbeit des Patienten, die Lungenwiderstände messen kann, durchgeführt.

Danach wurden ein Standard Prick-Test auf das reguläre Pferdeallergen und ein Scratch-Test auf Curly Horse durchgeführt. Dabei reagierten die Testpersonen auf den Curly Horse Scratchtest im Vergleich zum Standard Pricktest nur leicht bis moderat, obwohl einige der Patienten in der Vergangenheit sehr ausgeprägte allergische Reaktionen gezeigt hatten.

Danach wurden die Testpersonen, unabhängig vom Testergebnis, einem kontrollierten Kontakt mit Curly Horses ausgesetzt. Dabei sind die allergischen Reiter zunächst auf den Curly Horses geritten. Im weiteren Verlauf der Untersuchung haben die Pferdeallergiker die Curly Horses auch gestriegelt.

Vor und nach dem Kontakt zum Curly Horse wurde jeweils die Lungenfunktion gemessen. Keine der 10 Testpersonen zeigte starke allergische Reaktionen auf das Reiten der Curly Horses. Das Striegeln konnten 9 von 10 Personen ohne signifikante allergische Reaktion durchführen.

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